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Populäre physiologische Vorträge.
wie ein Echo. d. h. Sie haben nicht die bekannten Töne des Klaviers, sondern die Vocale meiner Stimme in ihrer specifischen Klangfarbe ans dem Klavier hervorklingen hören. Die Besaitung desselben hat nämlich auf rein mechanischem Wege die zusammengesetzten Klangwellen der Vocale in ihre Bestandtheile zerlegt, — indem alle die Saiten und nur die Saiten in Mitschwingungen geriethen, welche den Schwingungszahlen der im Klange des Vocals enthaltenen einzelnen Töne entsprachen. Es musste daher dieselbe Tonmischung nachhallen, welche der Klangfarbe des betreffenden Vocals entspricht, und Ihr Ohr hat diese Mischung sogleich als den bekannten Vocalklang erkannt und aufgefasst. Wie? — das sollen Sie gleich cinschen ! Könnten wir jede Saite des Klaviers mit einem akustischen Nerven so verbinden, dass derselbe erregt würde und den entsprechenden einfachen Ton empfände, sobald die Saite in Schwingungen geriethe, so hätten wir begreiflicherweise ein Organ geschaffen, das zur Wahrnehmung der T onhöh en und K1 angfarben geeignet wäre.
Ein solches Miniaturklavier mit Nerven ist aber in der That die Schnecke, die wir im Ohre haben.
Die 3000 auf verschiedene Töne abgestimmten Corti’sehen Stäbchen entsprechen nämlich den Klaviersaiten, und es ist jedes solche Stäbchen, wie wir sahen, mit akustischen Nerven verknüpft, welche jedesmal mechanisch erregt werden und einen bestimmten einfachen Ton empfinden, sobald das betreffende Stäbchen in Mitschwingungen versetzt wird.
So wie aber die Klaviersaiten nur dann in Mitschwingungen gerathen, wenn die ihnen entsprechenden Töne auf sie einwirken, ebenso schwingen auch die Coim’schen Stäbchen n u r dann mit, wenn Schallwellen durch das Labyrinthwasser zu ihnen gelangen, deren Schwingungszahlen jene m Tone angehören, auf welchen das einzelne Stäbchen genau abgestimmt ist. —
Die Empfindung verschiedener Tonhöhen ist also eine Empfindung in den einzelnen Schneckennervenfasern, deren jede eine andere Tonhöhe empfindet.
Die Empfindung der Klangfarbe beruht aber darauf, dass ein Klang, wie beim Versuch mit dem Klavier, mechanisch zerlegt wird, d. h. ausser dem seinem Cfrundton entsprechenden CoRTi’sehen Stäbchen, noch eine Anzahl anderer — die den Obertönen entsprechen — in Mitschwingungen versetzt und somit in m eh reren verschiedenen Gruppen von Fasern des Schneckennerven einfache Tonempfindungen erregt, die zu einer einheitlichen Empfindung — eben der des besonderen Klanges — verschmelzen.