38 	Populre physiologische Vortrge.

	An der dem Trommelfell gegenber liegenden knchernen Innen-
wand der Paukenhhle befinden sieh zwei kleine Oeffnungen, welche
durch zarte, quergespannte Hutchen verschlossen sind.
	Die untere der beiden Oeffnungen heisst das runde (r), die obere
das ovale (o) Fenster.
	Noel, habe ich im mittleren Ohr die zierlichen Gehrknchelchen
zu beschreiben, welche quer durch die Paukenhhle hindurch zwischen
dem Trommelfell und dem Hutchen des ovalen Fensters (o) eine feste,
gegliederte Brcke schlagen.
Es gibt drei Gehrknchelchen: den Hammer (Ii), den Amboss
(A) und den Steigbgel (S) (vgl. Fig. 13).')
Der Griff oder Stiel des Hammers (H, s) ist mit dem Trommelfell
verwachsen und reicht fast bis in dessen Mitte herab; sein Kopf (H, k)
			ragt ber den Paukenring, in dem das
		A	Trommelfell ausgespannt ist, frei her-
-:			vor; sein langer Fortsatz (H, 1) ist nach
			vorn in einer Knochenspalte einge-
			klemmt.
				Der Kopf des Hammers besitzt
			nach hinten eine Gelenkflache (H, g),
	Fig. 13. Die Gehrknchelchen in natr-	welcher eine hnliche Gelenkflche am
	licher Grsse.
	H der Hammer, is dessen runder Kopf, s sein	Krper des Amboss (A, g') 
entspricht.
	Stiel oder Griff, I sein langer dnner Fort-
	satz g die kleine Gelenkilche zur Vorhin-	Beide Knchelchen articliren 
daselbst
	dun mit dem Amboss. A der Amboss, I' sein
	langer, 1' sein kurzer Fortsatz, g' die kleine	miteinander. Der Amboss liegt 
hinter
	Gelenkflche zur Verbindung mit dem	dem Hammer. Sein langer Fortsatz
	Hammer. S der Steigbgel, bei a To. der
	Seite gesehen, bei es von unten dargestellt,
um Form und Grsse der Fussplatte		(A, 1') luft parallel mit dein im Troin-
	zeigen.	melfell eingewachsenen Hammergriff
		und ragt frei nach abwrts. Sein kur-
zer Fortsatz (A, k') ist nach hinten in einem Knochengrbchen an-
gestemmt und befestigt (vgl. Fig. 12 II.).
	Die, Beweglichkeit der Gelenkverbindung zwischen Hammer und
Amboss ist sehr gering, dagegen knnen sich beide Knchelchen weit
ausgiebiger um eine gemeinschaftliche Axe (Fig. 12 II. x, x') hebel-
frmig bewegen, welche durch ihre nach vorn und hinten ausgestreckten
und fixirten Fortstze (Fig. 13 1 u. k') bestimmt ist.
	Der Steigbgel endlich ist mit dem freien und etwas nach einwrts
gebogenen Ende des langen Ambossfortsatzes (A, 1') gelenkig verbun-



	1 Bei der Vorlesung bediente ich mich zur Demonstration der Gehrknchel-
chen plastischer Nachbildungen derselben von kolossalen Dimensionen.
