	II. Das Ohr und das Hren.	33

Nachbarn zurckgestossen wird, die es vorhin mittelbar oder unmittel-
bar vorwrtsgestossen und gegeneinander getrieben hatte.
Aus demselben Grunde weicht mit dem Rckgang des ersten
Liehtehens auch das zweite wieder zurck - dann das dritte, dann
das vierte, fnfte n. s. w. 	I
	Sie sehen, wie auf diese Weise smmtliche Lichtchen der
Reihe nach in genau dieselben hin- und hergehenden Bewegungen
oder Schwingungen versetzt werden, welche der schwarze Blechstreifen
ausfhrt.
	Indem nun aber jedes Lichtehen seine hin- und hergehende Be-
wegung e t w as spter anfngt, ausfhrt und beendet, als das unmittel-
bar vorhergehende, so drngen sieh die Lichtehen bei ihrem Hingang
dichter an einander, whrend sie bei ihrem Rckgang mehr ausein-
ander weichen.
	Es folgen, wie Sie deutlich sehen knnen, abwechselnd Gruppen
dicht zusammengedrngter und weit auseinanderstehender Lichtehen
aufeinander - und es entsteht der Schein, wie wenn diese Liehtehen-
gruppen vom Blechstreifen aus fortstrmten, whrend doch die Licht-
ehen selbst in Wirklichkeit nicht fortstrmen, sondern an ihrem Orte
bleiben, innerhalb welches sie fortdauernd nur hin- und hersehwingen.
	Was wirklich fortschreitet, ist blos die specielle Form der pen-
delartigen Bewegung, welche Theilchen um Theilehen ergreift.')
	Ganz eben so geht es nun in der Luft zu, wenn sie
ein schallender Krper in Bewegung bringt.



	Um den Leser in den Stand zu setzen, sieh den durch PIERRE'S Wellen-
maschine demonstrirten Bewegungsvorgang mit leichter Mhe selbst vorfhren zu
knnen, habe ich Fig. 11 auf der Tafel 2 entworfen. Der Leser lasse sieh aus
dnnen Brettehen ein Lineal von der Grsse des am Kopfe der Figur mit punk-
tirten Linien angegebenen Vierecks (e, at, a2, e3) anfertigen. In der Mitte
dieses Lineals muss eine Spalte von den, ebenfalls durch punktirte Linien
(cc, cc1, cc2, cc3( angegebenen Dimensionen angebracht werden, deren lange 
Run-
der zuznsehrfen sind, wie der Durchschnitt des Spaltlineals bei D deutlich
zeigt. Dieses Lineal mit dem Spalt lege der Leser genau auf das punktirte 
Vier-
eck a, a1, a2, a3) auf; - in der Spalte wird dann eine Reihe von gleiehweit 
von
einander abstehenden schwarzen Strichen erscheinen. Sie entsprechen den 
Licht-
ehen, welche ich fr die Demonstration vor dem grossen Publikum des Rosen-
saales an PIERRE'S Wellenmaschine angebracht hatte, und versinnliehen, wie 
diese,
die kleinsten materiellen Theilchen der ruhigen Luft. Der schwarze 
Blechstreif
an der Wellenmaschine ist hier durch den mit S bezeichneten dicken schwarzen
Strich am Anfang der Reihe (links) repriisentirt.
	Nun fahre der Leser mit dem Spaltlineal, md em er dasselbe stets genau
parallel zur Anfangsstellung halten muss, mit gleichmssiger Ge-
schwindigkeit ber die ganze Steindruektafel senkrecht nach unten, und 
beachte,
Czermalc, Scbriften. ii.
