	II. Das Ohr und das Hören.	41

derart schwimmt, dass es nirgendwo die Wände des knöchernen Laby-
rinths berührt.
	Ich füge das Versatzstück des Isäutigen Labyrinths in unserem
Ohrschema an seinen Platz ein, und Sie haben jetzt den klaren und
vollständigen Ueberblick über alle Theile des Gehörorgans und ihres
Zusammenhangs - bis auf den Gehörnerven und seine akustischen
Endorgane.
	Der Hörnerv oder Nervus cicusticus (A) besteht aus mehreren
Tausend mikroskopisch feinen Nervenfädehen, die von einer Binde-
gewebsscheide umschlossen und zusammengehalten werden.
	Er entspringt aus jenem Theile des Gehirns, den man das ver-
längerte Mark, Medulla oblongata, nennt, und tritt durch den sogenann-
	ten inneren Gehörgang - einen
	Kanal im Fclscnbcin - an das Laby-
	rinth hcran.		I		H
		Dabei spaltet er sich in zwei Aeste,		I			/
	vondenen dcreine -dcrfiirdie				I			/
	Schnecke bestimmte Schnecken-					I
nerv )S') - seine Fasern durch		I	I Ii 7
	feine Röhrchen in der Spindel der			II /			1
Schnecke zur Spiralplattc aufsteigen
lässt; während der andere oder Vor-
	hofsucrv) 1/'), in mehrere Bündclchcn	I	i					I
	gespalten, das häutige Labyrinth ver-	i			I
	sorgt. Ein Bündclchcn geht zu genau					I
	umgrenzten Stellender Vorhofsäckchcn,						I
drei andere finden ihr Ende in den Am-	i	I	I I
	pullcn - das ganze übrige Labyrinth			H'
bleibt nervenlos.
	Die letzten Enden der Hörnerven-
fasern stehen an allen den genannten
Orten mit eigcnthümlichen und je nach Fig. I-I. Die steifen Härchen des 
Nerven-
der 	in den Ampullen.
der Locahtat verschiedenen mikrosko-
pischen Gebilden - den sogenannten
akustischen Endorganen - in Verbindung, welche wir nun
im Einzelnen betrachten müssen, denn sic sind von der höchsten phy-
siologischen Bedeutung.
	In den Amp u 11 en ist in die wulstige Stelle, die ins Innere der-
selben vorspringt und das umschriebene Vcrästcluugsgcbict der Ner-
venenden enthält, eine grosse Menge dichtstehender, überaus feiner,
zugespitzter steifer Härchen eingepflanzt (vgl. Fig. 14).
