54 	Populäre physiologische Vorträge.

sein mehr als 2000jähriges Alter ehrwürdigen Versuch am Monochord
überzeugen (vgl. Fig. 19).
	Das Monochord ist, wie Sie sehen, ein langer schmaler Resonanz-
kasten (R) von dünnen Brettchen, auf welchem eine einzige Saite
(daher der Name) ausgespannt ist, indem ihre Enden in die festen
scharfkantig aufgebogenen Lager (k, k') eingeschraubt sind. Ein Steg
(t) kann beliebig wo unter die Saite geschoben werden und theilt dann
dieselbe in zwei selbständig schwingende Hälften. An der Seite des
Kastens (R) ist ein Maassstab (in der Fig. in 150 Theile getheilt) , von
welchem man das Verhältniss der Längen, in dem die entstandenen
Saitenhälften zu einander stehen, ablesen kann.

e	c	6	cc
Octave:	ti	.2	3 	jl:2
Quinte j	2	I	1 	-12:3

Quartei 1	2	3	5	6	i '3:4
gr. Terzi	2	.3 I
			4	5	6	7	8	9 il :5
kl. Terzi	2	4 5	7 1	1 	11115:6
			t6
kl. Sextl 1	. I	I	4	q 1	9 10 fl 112 J3 I) : S
S tI I	I I
gr. ex 11 	10
2 »45617180 1Ii1fl1314j5J.5
rig. 19. Das Monechord.
B Resonanzkasten mit Maaeestab für die Einstellung des verschiebbaren Sieges 
(t). Die einzige Saite
des Instruments ist horizontal über die scharfkantig aufgebogenen Lager k, 
9' gespannt.

	Setze ich den Steg (t) genau unter die Mitte der Saite (nach dem
Maassstab der Zeichnung also in die Verlängerung des Theilstrichs 75),
so stehen die Saitenhälften im Verhältniss 1: 1, d. h. sie sind gleich
lang; ich schlage sie an; sie geben, wie Sie hören, genau dens cl b en
Ton (unisono).
	Thcilc ich die Saite in Gedanken in drei gleiche Thcilc und
schiebe ich den Steg genau am Grenzpunkt zwischen dem ersten und
zweiten Drittel unter die Saite (vgl. Fig. 19 t' bei Theilstrich 50), SO
hat die linke Saitenhälfte 1/3 die rechte 2/ der ganzen Länge. Beide
Hälften stehen im Verhältniss von 1 2, und wenn ich sic erklingen
lasse, so geben sic, wie Sie hören, das Intervall einer Octave.
Setze ich den Steg so, dass links 2/5 rechts 3/ der Länge liegen
