﻿II. Dus Ohr und das Hören.
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Ebensowenig hinderten mich aber auch diese Beobachtungen daran, die Unbehaglichkeit der Existenz in der Taucherglocke zu empfinden und die grossartige Pracht und Herrlichkeit der mir unvergesslichen Luftfahrt in vollen Zügen zu gemessen.
Hie fragen, warum man Aehnliehes nicht auch beim Befahren jedes tiefen Bergwerkes oder beim Besteigen jedes höheren Berges empfinde“? Einfach darum nicht, weil man dabei nicht rasch genug in die Höhe und Tiefe gelangt und mittlerweile alle paar Minuten — ohne daran zu denken, einige Schlingbewegungen macht !
Ich kehre zur Schallbewegung im Ohre zurück. Wir hatten sie vorhin bis ins Labyrinthwasser verfolgt, welches durch die vom oscillirenden Steigbügel ein- und ausgestülpte Membran des ovalen Fensters in entsprechende Erschütterungen und Strömungen versetzt wird.
Diese bringen dann natürlich auch das häutige Labyrinth und die elastische Spiralplatte der Schnecke in Bewegung, und dabei kann es nicht fehlen, dass — je nach der Lichtung, Anzahl, Kraft und Beschaffenheit der Impulse — endlich auch diese oder jene der so verschiedenen. früher beschriebenen akustischen Endorgane an den Ausbreitungsstellen des Hörnerven in Erzitterungen oder Mitschwingungen gerathen und die Nervenenden drücken und zerren, d. h. sie mechanisch reizen.
Der durch diese mechanische Reizung hervorgebrachte Erregungszustand der Nervensubstanz, welcher noch immer ein durch die neueren Hülfsmittel der Untersuchung nachweisbar materieller Bewegungsvorgang ist, pflanzt sich innerhalb der Nervenrölirchen — etwa wie eine telegraphische Depesche im elektrischen Leitungsdraht — ins Gehirn hinein fort: —und im Gehirn erst findet jene gehcim-nissvolle Transsubstantiation des physikalischen Bewegungsvorganges der Nervenerregung in den p h y s i s c li e n Zustand der Schall-em p fin dung statt.
Und so wären wir denn bei der Schallempfindung angelangt.
Sie übersehen jetzt die ganze zusammenhängende Kette von mechanischen Bewegungsvorgängen, welche der Wahrnehmung des Schalles überhaupt zu Grunde liegen, — von den Schwingungen des schallerzeugenden Körpers an — bis zu dem durch die mechanische Reizung gewisser Nervenenden hervorgebrachten Erregungszustand der akustischen Nervenmasse im Gehirn, welcher schliesslich in etwas ganz Neues — in eine E m p find u n g — umschlägt. —
Czermak, Schriften. II.
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