﻿II. Das Ohr und das Hören.
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Dieser quantitative Unterschied der Schallempfindungen hängt unter übrigens gleichen Umständen nur ab von der Grösse der Schwingungen, d. h. von der Breite des Raumes, innerhalb welches der schallerzeugende Körper und die einzelnen Theilchen des leitenden Mediums hin- und heroscilliren. Denn je grösser die Excursionen der Schwingungen sind, desto mächtiger werden ,die Erschütterungen des Trommelfells, der Gehörknöchelchen, des Labyrinthwassers und der betreffenden Endorgane des Hörnerven ausfallen — desto intensiver ist dann auch die mechanische Erregung der Nerven und dieser entsprechend die Schallempfindung selbst.
Je kleiner hingegen die Schwingungsgrösse der ganzen Reihe der schallerzeugenden Schwingungen ist, desto schwächer muss die nervöse Erregung und desto leiser die erzeugte Empfindung sein.
Ich komme zu dem zweiten und zwar dem Hauptunterschiede des Schalles, es ist der zwischen Geräuschen und musikalischen Klängen.
Geräusche und Klänge können in mannichfach wechselnden Verhältnissen sich mischen, ja durch Zwischenstufen unmerklich ineinander übergehen — ihre Extreme liegen aber weit auseinander.
Der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Hauptklassen von Schallempfindungen ist darin begründet, dass beim Geräusch die hin- und hergehenden Bewegungen der einzelnen Lufttheilchen ganz unregelmässig sind — und dass demzufolge die miteinander abwechselnden Verdünnungen und Verdichtungen der Luft, aus denen die fortschreitenden Schallwellen des Geräusches bestehen, nicht gleichartig und übereinstimmend zusammengesetzt erscheinen, sondern ganz verschieden und regellos wechselnd.
Beim reinen Klang hingegen geschehen die Schwingungen der einzelnen Lufttheilchen ganz regelmässig, nach einer ganz bestimmten, in immer gleicher Weise wiederkehrenden Norm, und infolge dessen sind auch alle die aufeinander folgenden Schallwellen eines und desselben Klanges genau einander gleich ; es herrscht eine mathematische Uebereinstimmung der Bewegung.
Eine solche Bewegung, welche in genau gleichen Zeitabschnitten, in genau derselben Weise oder Norm wiederkehrt — mag diese Weise oder Norm an sich welche immer sein — nennt man in der Physik eine periodische.
Jene Schallwellenbewegung also, welche den musikalischen Klang hervorbringt, ist eine periodische —jene, welche das Geräusch erzeugt, eine nicht periodische Bewegung.
Die verschiedenen Wirkungen dieser beiden Arten von Schall-
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