﻿II. Das Ohr und das Hören.
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Luftstrom, der aus einem Röhrchen entweicht, durch eine rotirende Scheibe, die eine Reihe von Löchelchen besitzt, abwechselnd unterbrochen und freigegeben wird vgl. Fig, 18).
Man hat es dabei also ganz in seiner Gewalt, durch die Schnelligkeit der Rotation der Löchelcheuscheibe, die Häufigkeit dieser Unterbrechungen und Impulse zu bestimmen und damit die Tonhöhe zu verändern — ohne sonst etwas an der Art der Schallbewegung zu ändern. Ich setze die Scheibe in Rotation und treibe durch das Röhrchen (a) einen kräftigen Luftstrom.
Sie hören, — je rascher die Scheibe rotirt, je grösser also die Zahl der Schallwellen in einer Secunde wird — desto höher wird der Ton und umgekehrt.
Jeder bestimmten T o n -h ö h e entspricht immer und unter allen Umständen eine und dieselbe Scliwin-gungszahl. Dies ist ein akustisches Fundamentalgesetz.
Dem eingestrichenen a z. B. entsprechen nach Scheiblek’s , in Deutschland allgemein angenommener Festsetzung, — 410 Schwingungen in einer Secunde — nach der Pariser Stimmung, die etwas tiefer ist, jedoch nur 437y2. Die tiefsten, überhaupt noch wahrnehmbaren Töne haben etwa die Schwingungszahl 10 'A — die höchsten dagegen bis über 38,000 ! — was einen Umfang der überhaupt hörbaren Töne von etwa 11 Octaven gibt. Davon sind nur etwa sieben Octaven musikalisch brauchbar.
Längst bevor man noch irgend etwas von periodischen Schallwellen und deren Messung und Zählung wusste, hatte Pythagoras entdeckt, dass, •—- wenn man eine Saite durch einen untergeschobenen Steg so theilen will, dass ihre beiden Abschnitte consonant e Töne geben — sic im Verhältniss der bestimmten ganzen Zahlen 1, 2, 3, 4 (= 2x2), 5, 6 [= 2x3), 8 = 2x2x2) und 10 (= 2x5) — also eigentlich der vier Zahlen 1, 2, 3, 5) getheilt werden muss.
Von der sehr merkwürdigen Beziehung der Zahlen zu den Ton-intervallen will ich Sie sogleich durch den interessanten und durch
Fig. 18. SEEBECK’sche Sirene.
Eine Scheibe von Pappe mit regelmässig angeordneten Löchelchen, gegen welche ein Röhrchen c einen Luftstrom bläst, während die Scheibe durch die Schnur //rasch um ihre horizontale Axe gedreht wird.