﻿IL Dns Ohr und das Hören.
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(vgl. in der Fig. 19 t" bei Theilstrich GO; , so ist das Verliältniss der Stücke 2 : 3 und die Töne bilden eine Quinte.
So fortfalirend findet man das Verhältniss für die Quarte	3	:	4
grosse	Terz	4	:	5
kleine	Terz	5	:	6
kleine	Sext	5:	8
grosse Sext 0:10 oder 3 : 5
vgl. die in der Fig. gezeichneten horizontalen Linien, ihre Eintheilung und die Stellung des Steges t\ t2,t3, t4, /5, F und t~ .
Die längere Saitenhälfte gibt immer den tieferen Ton des Intervalls. Alle übrigen Verhältnisse der Saitenhälften bringen Dissonanzen hervor.
Diese Abmessungen sind schon von den griechischen Musikern mit grosser Genauigkeit ausgeführt und als ein tiefes Mysterium betrachtet worden.
Erst sehr viel später ermittelte man, dass die einfachen Verhältnisse der Saitenlängen auch ebenso für die Schwingungszahlen der Töne bestehen und somit den Tonintervallen aller musikalischen Instrumente zukommen. Auf den Tonintervallen beruht aber eben schliesslich die ganze Musik — und Sie werden nun den vielcitirten geistreichen Ausspruch, »dass die Musik eigentlich klingende Arithmetik« sei, zu würdigen verstehen.
Nun noch von der Klangfarbe !
Lässt man eine und dieselbe Note nach einander durch verschiedene Instrumente, etwa eine Geige, eine Clarinette, ein Piano oder eine Singstimme in der gleichen Stärke angeben, so ist die Em-ptiudung trotzdem jedesmal von anderem akustischen Charakter, und diesen nennt man Klangfarbe oder Timbre. An Klangfarbe oder Timbre erkennt man leicht das Instrument, welches den Ton hervorgebracht hat.
Welche Verschiedenheit der periodischen Schallbewegung entspricht nun diesem Unterschiede der Empfindung?
Wir haben gesehen, dass von der Schwingungsgrösse die Stärke, — von der Schwingungsanzahl die musikalische Höhe des Tones abhängt — zur Erklärung der verschiedenen Klänge oder Klangfarben bleibt also nur noch jene Mannichfaltigkeit der periodischen Schwingungen übrig, welche sich auf deren F o r m oder Zusammensetzung bezieht, d. h. auf die specielle Art und AVeise, wie die schwingenden Theilchen ihre Bewegung während eines einmaligen Hin- und Herganges ausführen.