﻿II. Das Ohr und das Hören.
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Hiermit dürfte Ilmen der Mechanismus und die Function der Schnecke im allgemeinen deutlich und begreiflich geworden sein.
Ich hin zu Ende !
Gestatten Sie mir nur noch einen kurzen zusammenfassenden Rückblick ! — Nachdem wir den Schall als einen grob-materiellen Bewegungsvorgang erkannt hatten, verfolgten wir denselben durch das äussere, mittlere und innere Ohr bis in die akustische Gehirnmasse hinein, wo er sieh in den psychischen Zustand der Scliallempfin-d u n g sozusagen t r a n s s u b s t a n t i i r t !
Wir sahen, wie die Schallwellen das Trommelfell und die Gehörknöchelchen in entsprechende Schwingungen versetzen; wie die Fuss-platte des Steigbügels dem Labyrinthwasser Stösse mittlieilt und in demselben Strömungen bewirkt; — und wie diese Stösse und Strömungen die verschiedenen akustischen Endorgane des Hörnerven, nach bestimmten mechanischen Gesetzen zu Mitschwingungen zwingen, welche endlich die Hörnervenenden erregen.
Wir haben dann die Stärke aller Schallempfindungen aus der Schwingungggrösse; — die Empfindung der Geräusche aus unregelmässigen ni c h t periodischen, die der Klänge aus regelmässigen periodischen Schwingungen erklärt — und zugleich erkannt, dass infolge der Verschiedenheit der akustischen Endorgane er stere wahrscheinlich durch die Vorhofsnerven, letztere durch die Schneckennerven empfunden werden.
Uie Empfindung verschiedener Tonhöhe erwies sich abhängig von der Schwingungszahl und geknüpft an die Mitschwingungen der einzelnen G'oim'schcn Stäbchen und an die Erregung der einzelnen Fasern des Schneckennerven — deren jede die Empfindung einer anderen Tonhöhe gibt; — während endlich die Klangfarbe, — abhängig von der Schwdngungsform oder der Zusammensetzung der Schwingungen, und in ihre einfachen Tonelemente, durch die abgestimmte Klaviatur oder Besaitung der CoRTi’schen Stäbchen zerlegt in mehreren gleichzeitig erregten G r u p p e n von Fasern des Schneckennerven als einheitlicher Eindruck empfunden wird. —
Damit aber habe ich Ihnen — versprochenermaassen — die ganze Welt des Schalles, wie sie uns das Ohr erschliesst, mechanisch verständlich gemacht! — denn Sie haben nun eine beiläufige Vorstellung davon, worin eigentlich die materiellen Vorgänge bestehen, welche dieser wunderbar mannigfaltigen Erscheinungswelt zu Grunde liegen, und welches der Mechanismus jenes Organs ist, dessen wir uns zur Wahrnehmung derselben bedienen !