	II. Das Ohr und das Hören.	37

geschlossen ist, wird die in der Paukenhöhle enthaltene Luft vollständig
hermetisch abgeschlossen sein; sowie aber die wulstige Mündung ge-
öffnet wird, was regelmässig bei jeder Sehlingbewegung geschieht,
50 communicirt die Pankenhöhlenluft durch die Nase hindurch frei mit
der Atmosphäre - und etwaige Spannungsunterschiede beider Luft-
massen können sich sofort ausgleichen.
N
Fig. 12. I. schematischer Durchschnitt des menschlichen Gehörorgans der 
rechten Seite.
At äusseres Ohr; U äusserer Gehörgang, 12, 1°, t°, 15 Durchschnitte der 
Knorpel der Ohrmuschel und des
äusseren Theiles des Gehörganges, dessen innerer Thou knöcherne Wandungen 
hat; TTrsmmelfell;
P Paukenhohle; s ovales Fenster, r rundes Fenster, zwischen runde die 
gelenkig verbundene Gelsor-
knöchsichenkette. B die EusvAcsii'sche Ohrtrompete, 1, 15 die 
durchschnittene Knsrpelplatte ihrer
wulstigen und erweiterten Nasenmündung. F, B und S das knöcherne Labyrinth, 
F der Vorhof, B sin
lsalbcirkolförmiger Bogengang mit seiner Ampulle a; S die Schnecke, durch 
die Spiralpiatto in die Vsr-
hofotreppo (Vt) und in dis Paukentreppe (Pt) gethoilt. 1', 1, b das häutigs 
Labyrinth, 1, 1' die Vorhofs-
söckchen, b sin hüntiger halbcirkolförmiger Bogengang mit seiner Ampulle a'. 
A der Stamm des Hör-
nerven odor N. scssstöcus in den inneren Gehörgang eintretend und in zwei 
Hauptäste (V' und 5') eich
spaltend; F' der Vorhofonsrv mit seinen Endverzweigungen auf den 
umschriebenen weissen Stellen des
höntigon Labyrinths; 5' der Schneckennerv, von unten in die Kanalellen der 
Schneckenspindel ein-
tretend, um durch die knöcherne Spiralplatte zum Uonrs'sclisn Organ r zu 
gelangen, welches auf der
oberen oder VorhofotreppenSiicho der höntigen Spiralplatto aufsitzt. Zu 
bemerken ist, dass der Ver-ständlichkeit und Deutlichkeit wegen die 
Paukenhohle und die Gehörknöchelchen, namentlich aber das
	ganze Labyrinth im Verhöltniss zur Ohrmuschel vi ol zu gross, die Schnecke 
aber mit ihrer Basis nach
	unten gewendet gezeichnet wurde, obschon sie in Wirklichkeit die Basis ihrer 
Spindel nicht wie in
	unserem Bilde, nach unten, sondern vielmehr nach oben und innen, gegen den 
N. ociostiens kehrt, sodass
	der Vorlauf dos Schneckennerven 5' ein geradliniger wird!
	rig. 12. H. Das in seinem Knochenring ausgespannte Trommelfell der rechten 
Seite von innen gesehen
	mit Hammer und Amboss in natürlicher Verbindung.
	x, x' zeigt die Axe, um welche sich die beiden Knöchelchen vereint 
hebelförmig bewogen loosen.

	In diesem Umstande beruht auch die Bedeutung dieser ganzen
Einrichtung, wie sieh später noch genauer Zeigen wird.
