III.


Stimme und Sprache,


Zwei Vortrge.




Anatomie und Physiologie der Stimm- und Sprach-
werkzeuge.


Erster Vortrag,


gehalten den 24. Februar 1869.



(Mit Tafel 3 and 7 Holzschnitten.)




Hochverehrte Anwesende!


	Im vorigen Jahre hatte ich an dieser selben Sttte die Ehre, Ihnen
in einem Vortrag ber das Ohr und das Horen auseinanderzusetzen,
dass die dem Schaue berhaupt zu Grunde liegenden Vorgnge nichts
anderes sind als grob-materielle, zitternde Bewegungen oder Schwin-
gungen, welche sich in Form von Schallwellen durch die Luft bis ins
Gehrorgan hinein fortpflanzen, daselbst nach bestimmten mechani-
schen Gesetzen diese oder jene Hrnervenfasern erschttern und er-
regen, und endlich infolge der Uebertragung dieser Erregung auf das
Gehirn sich in die Flle von specifischen Schallempfindungen
umsetzen, welche in dem Hrenden dann eine Welt von Vorstellungen,
Gedanken und Gefhlen erwecken.
	Hatte ich damals versucht, Ihnen das Wesen des Schalles, die
Verschiedenheiten der Schallphnomene und die Art der Wahrneh-
mung derselben durch das Gehrorgan - kurz also die ganz e Welt
des Schalles, wie sie uns das Ohr erschliesst, m celia ni s cli verstnd-
lich zu machen; so will ich meine diesjhrige Betrachtung nur auf
e in e einzig e Gruppe von Schallphnomenen beschrnken, welche
