	III. Stimme und Sprache.	63

Ihre freundliche Aufmerksamkeit fr die folgende Darstellung der
anatomischen Beschaffenheit und physiologischen Thtigkeit der be-
treffenden Organe schenken.
	Werfen wir zunchst einen Blick auf diese kolossale Durchschnitts-
zeichnung (vgl. Fig. 20 auf Tafel 3, um uns ber die Lage und den
Zusammenhang der fraglichen Theile zu orientiren.
	Dieselbe stellt die rechte Hlfte eines Menschen von innen gesehen
dar, welcher durch einen der bekannten UHLAND'schen  Schwaben-
streiche mittenentzwei gespalten wurde.
Hier Kopf, - Hals, - Brust.
	Im Rcken die Wirbelsule; vorn das Brustbein; oben die kn-
cherne Schdelkapsel, darin eingebettet das grosse und kleine Gehirn,
nach unten im Zusammenhang mit dem Rckenmark, das im Wirbel-
kanal eingeschlossen ist.
	Alle diese Gebilde sind nur skizzenhaft angedeutet, um die aus-
gefhrteren Darstellungen der zum Stimm- und Sprachorgan wesent-
lich gehrigen Theile, deren Lage und Zusammenhang wir eben
studiren wollen, desto deutlicher hervortreten zu lassen.
	In der geffneten Brusthhle, welche nach unten durch eine convex
empor gewlbte Scheidewand - das sogenannte Zwerchfell - ge-
schlossen und von der Bauchhhle getrennt wird, sehen Sie den rechten
Lungenflgel - das Herz und der linke Lungenflgel sind mit der
ganzen linken Krperhlfte entfernt worden.
	Ans der Lunge tritt eine klaffende Rhre hervor, welche sich mit
einer ebensolchen aus der linken Lunge kommenden Rhre, die hier
natrlich abgeschnitten und nicht sichtbar ist, zur Luftrohre oder
Trachea vereinigt.
	Die Trachea steigt ans der Brust in den Hals empor, begleitet
von der Speiserhre, welche, ans dem Unterleibe kommend, hinter der
Luftrhre - zwischen dieser und der Wirbelsule nach oben zieht, um
sieh in den Schlund oder Pharynx zu ffnen.
	In der Hhe des 5.- 6. Halswirbels endet die Luftrhre und geht
in den Kehlkopf oder Larynx ber, welcher sieh unmittelbar vor der
Speiserhrenmndung ebenfalls in den Schlund. ffnet.
	Der Schlund oder Pharynx bildet einen saekartig erweiterten
muskulsen Schlauch, der von den beiden hintereinander liegenden
Mndungen des Kehlkopfes und der Speiserhre gerade vor den Hals-
wirbelkrpern bis an die Basis des Schdels hinaufreicht.
	Hier eommnnieirt er nach vorn mit zwei Hhlen - der Mund-
und Nasenhhle -, welche im Gesiehtstheile des Kopfes bereinander
liegen und durch eine horizontale kncherne Scheidewand, den harten
