﻿III. Stimme und Sprache.
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jedoch das ganz besondere Interesse jedes Gebildeten in Anspruch zu nehmen geeignet ist, indem diese Gruppe jene Geräusche und Klänge umfasst, welche den Gesang und die Sprache des Menschen — trotz aller ideellen Bedeutung dieser beiden Leistungen, zuletzt doch ganz allein ausmachen !
Ich werde mich nämlich bemühen, Ihnen heute den Bau und die physiologische Thätigkcit der Stimm- und Sprachwerkzeuge zu erklären , um Ihnen in einem zweiten Vorträge eine befriedigende Einsicht in das Wesen der einzelnen Stimm- und Sprachlaute, sowie in den geheimnissvollen Mechanismus zu eröffnen, vermittelst welches wir diese ebenso merkwürdigen als bedeutungsvollen akustischen Erscheinungen thatsächlicli hervorbringen.
Unser Stimm- und Sprachorgan ist physikalisch betrachtet — ein Blasinstrument und lässt sich am besten mit einer Orgel vergleichen: nur dass unser Organ, statt der vielen Pfeifen, deren jedes Orgelwerk zur Erzeugung verschiedener Tonhöhen und Klangfarben bedarf, nur eine einzige Pfeife besitzt, welche jedoch vermöge ihrer höchst ingeniösen und doch eigentlich wunderbar einfachen Einrichtung nicht nur Klänge von verschiedener Höhe und Farbe, sondern auch noch eine Fülle von eigenthlimlichen Geräuschen erzeugen kann — und daher weit Mannichfaltigeres leistet, als das ganze Heer jener vielen Pfeifen zusammengenommen !
Die Lungen, welche in dem beweglichen Brustkasten eingeschlossen sind, entsprechen dem Blasebalge der Orgel.
Die Luftröhre oder Trachea stellt die sogenannte Windlade der Orgel dar. welche den ganzen Registern und ihren einzelnen Pfeifen den Luftstrom zuführt, der sie zum Tönen bringt.
Der Kehlkopf oder Larynx selbst ist statt der vielen, die einzige Pfeife und der Schlund, die Mund- und Kasenhühle bilden das bewegliche Ansatzrohr dieser einzigen Pfeife, welches allerdings in seiner Eigenthümlichkeit und in seinen verschiedenartigen Wirkungen auf die Mannichfaltigkeit der erzeugbaren Schallphänomene kein ebenbürtiges Analogon unter den Ansatzstücken hat. weder der Orgelpfeifen noch der Blasinstrumente überhaupt.
Um unseren Vergleich vollends zu Ende zu führen, braucheich Sie nur daran zu erinnern, dass Orgel gespielt wird, indem man den Blasebalg tritt, ein oder das andere Register aufzieht, und irgend eine Taste niederdrückt.
Der Blasebalg treibt einen Luftstrom in einen hermetisch geschlossenen Raum — die sogenannte Windlade — von wo aus derselbe nach Maassgabe der Klappen, welche durch das Aufziehen der Register und