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Die Beweglichkeit der beiden Knorpelehen auf dem Bande de» Grundknorpels ist also in der That eine sehr freie. Ich bringe sie jetzt dahin, und lasse sie — nachdem ich mit ihnen alle die möglichen Bewegungen ausgeführt habe — ruhig an Ort und Stelle sitzen — und das Knorpelgerüst des Kehlkopfes steht fertig aufgebaut vor Urnen ! Vgl. Kig. 25.;
Sie sehen, dass bei dieser Lage der Tlieile von jedem Giessbeckenknorpel der stumpfe, gerade nach vorn vorspringende Fortsatz (s)
horizontal nach der Mitte in der geknickten Innenfläche des Schildknorpels zielt.
Nun kommt aber die Hauptsache der Kehlkopfsanatomie 1
Nachdem die erwähnte röhrenförmige Schleimhautauskleidung der Trachea durch den Ring- oder Grundknorpel in das Innere des Kehlkopfgerüstes gelangt ist, bildet sie jederseits eine vorspringende horizontale F alte, welche nach hinten an den stumpfen Fortsatz des Giessbeekenknor-pels, nach vorn an den Mittelpunkt der geknickten Innenfläche des Schildknorpels anwächst. Vgl. Fig. 26 B, welche einen in der Ebene der Stimmbänder quer durchschnittenen Kehlkopf darstellt. Man sieht von oben auf den Durchschnitt und erkennt, wie die rein präparirte Schleimhaut aus dem Bing des Grundknorpels emporsteigt und durch Festwachsen an den genannten Punkten [s, s' und rn in zwei parallele horizontale Falten ausgezogen wird.) So entstehen die beiden in einer horizontalen Ebene im Centrum des Kehlkopfei liegenden Stimm -falten oder Stimmbänder. Ich befestige in unserem Schema zwei weissgefärbte Kautschukbänder, welche uns die Stimmbänder repräsentiren sollen.
Zwischen ihren freien Innenrändern bleibt eine Längsspalte — die sogenannte Stimmritze übrig, deren Form und Weite von der Stellung der Giessbeckenknorpel abhängt, weshalb die Physiologen, nach Professor Ludwig’s Vorgang, für den abgeschmackten anatomischen Namen »Giessbeckenknorpel« den Namen »Stellknorpel« gebrauchen.
Auf dieser Tafel (vgl. Fig. 26) habe ich Ihnen die wichtigsten Formen und Gestalten abgebildet, welche die Stimmritze durch die variablen Positionen der Stellknorpel anzunehmen im Stande ist.
Fig. 25. Schematische Darstellung des beweglichen Gerüstes, welches die Knorpel des Kehlkopfes zusammensetzen. Seitenansicht, s m die Stimmfalten oder Stimmbänder. Durch die im Gelenk «mögliche hebelförmige Bewegung des Schildknorpels nach abwärts (vgl. denpunk-tirten Contour) wird , wie man sieht, die Entfernung zwischen den Befestigungspunkten der Stimmbänder vergrössert (vgl. s m mit s rn'). Bei festgestelltem Gelenk b müssen die Stimmbänder unter diesen Umständen gedehnt und stärker gespannt werden.