﻿III. Stimme und Sprache.
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Auch der Schildknorpel hat statt seines , allerdings weniger sinnlosen anatomischen Namens einen besseren physiologischen bekommen — nämlich »Spannknorpel«, weil in der That die Spannung der Stimmbänder bei feststehend gedachten Stellknorpeln von den hebelförmigen Bewegungen des Schildknorpcls abhängt.
Bei der Senkung desselben nach vorn wird, wie Sie sehen (vgl. Fig. 25 s m und s m' . die Entfernung zwischen dem Mittelpunkt seiner geknickten Innenfläche und den Stimmfortsätzen der Stellknorpel grösser — und die zwischen diesen Anheftungspunkten fixirten elastischen Stimmbänder müssen sich nothwendig stärker spannen und verlängern.
Fig. 26. Drei in der Ebene der Stimmbänder quer durchschnittene Kehlköpfe, um die drei Hauptformen der Stimmritze zu zeigen, welche durch die verschiedene Stellung der Giessbeckenknorpel
bedingt werden.
h, V die Gelenkfortsätze der im horizontalen Durchschnitt dreieckig erscheinenden Giessbeckenknorpel. Sie sitzen frei beweglich auf dem oberen Rande des Grundknorpels {G) auf. s, s' die Stimmfortsätze, an welche die Stimmbänder nach hinten angewachsen sind ; m, der Mittelpunkt der geknickten Innenfläche -des Schild- oder Spannknorpels, wo sich die Stimmbänder nach vorn befestigen. Bei .A grösste Weite der Stimmritze. Bei B die Ränder der Stimmritze in Berührung. S hufeisenförmiger Durchschnitt des .Schildknorpels: «, «' die Gelenkverbindung zwischen den unteren Hörnern des Schildknorpels und den -Seitentheilen des Grundknorpels G. Bei A und C sind diese Theile der Einfachheit wegen weggelassen, .sind aber in Gedanken leicht zu ergänzen. Bei C eigentümliche Form der Stimmritze, welche entsteht, wenn sich die Stellknorpel von einander entfernen und zugleich mit ihren Stimmfortsätzen s, s'
nach einwärts kehren.
Das Umgekehrte geschieht natürlich bei Hebung des Behildknor-pels. — So wunderbar einfach und unscheinbar ist also die Vorrichtung, welche die Stimme eigentlich erzeugt. Zwei elastische Schleimhautfalten zwischen beweglichen Knorpelstücken befestigt, die sich entweder berühren oder eine engere oder weitere Spalte begrenzen und in verschiedenem Grade gespannt werden können — weiter nichts !
Ja. muss sich der Uneingeweihte nicht mit Staunen die Frage vorlegen : ist dies wirklich Alles ? und : wie kann diese Vorrichtung überhaupt hörbare, akustische Phänomene hervorbringen — geschweige denn die Fülle der Stimmeffecte, deren wir fähig sind ?
Auf die Frage, wie diese Vorrichtung überhaupt akustische Phänomene hervorbringen kann, will ich sogleich antworten.
Solange die Stimmritze im Verhältniss zur Mächtigkeit des Aus-athmimgsluftstroms weit genug offen steht, dass die bewegte Luft-