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Populäre physiologische Vorträge.
masse ohne erhebliche Friction oder Reihung durch dieselbe hindureh-l!lessen kann, bleibt auch in der That Alles still. So wie aber die Stimmritze in irgend einer Form so weit verengt wird, dass die durch dieselbe hindurchgetriebenen Luftmassen sich drängen und reiben müssen, um durchzukommen, so gerathen dieselben in wirbelnde Bewegungen oder unregelmässige Schwingungen — und es macht sich sofort ein leiseres oder lauteres blasendes Geräusch wahrnehmbar.
Sind endlich die Stimmbänder genügend gespannt, ihre freien Ränder einander zugleich hinreichend oder bis zur gegenseitigen Berührung genähert, so drängt sie der aus der Windlade oder Trachea mächtig herandringende Luftstrom empor — und zugleich aus einander, die Stimmritze wird geöffnet, wenn sie geschlossen, weiter, wenn sie ursprünglich offen war ; Luft entweicht also plötzlich in grösserer Menge ; damit nimmt aber auch die Spannung der Luft in der Trachea plötzlich ab, und die Stimmbänder schnellen elastisch in ihre frühere Stellung zurück ; in Folge dessen muss die Luftspannung in der Trachea sofort wieder steigen, und der beschriebene Bewegungsvorgang beginnt immer wieder von neuem — und so gerathen die Stimmbänder unter diesen Umständen in anhaltende periodische Schwingungen, durch welche die Luftsäule in regelmässige verdichtete und verdünnte Abschnitte zerschnitten, oder mit anderen Worten in Schall wellen versetzt wird, welche sich, wie ich im vorigen Jahre auseinandersetzte, durch den Luftraum fortpflanzen und in Folge ihrer Regelmässigkeit die Empfindung eines Klang es im Ohr hervorrufen.
So also entsteht die lauttönende Stimme im Kehlkopf.
Eine akustische Vorrichtung, in welcher ein Klang auf die beschriebene Art hervorgebracht wird — gleichgültig ob die durch den Luftstrom in Schwingungen versetzten Platten aus dünnem Metall oder, wie hier, aus elastischen Häutchen oder Bändern bestehen — nennt man in der Physik eine Zungenpfeife.
Unser Kehlkopf ist somit, physikalisch definirt, eine Zungenpfeife mit zwei membranösen oder häutigen Zungen.
Ich zeige Ihnen hier zur Erläuterung einen künstlich nachgebildeten Kehlkopf (Fig. 27).
Das Knorpelgerüst ist durch beweglich verbundene Messingstück-chen nachgeahmt — die Schleimhaut aber durch eine röhrenförmige Kautschukmembran, die vorn und hinten zwischen den Messingstücken eingeklemmt ist, so dass sie zwei Falten oder Ränder bildet, welche wie die Stimmbänder eine Längsspalte begrenzen. Das Ganze sitzt auf einer Trachea von Holz.