﻿III. Stimme und Sprache.
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Ich stecke den Apparat auf ein Blasrohr, treibe Luft durch — und ein nicht unangenehmer, stimmähnlicher Ton schlägt an unser Ohr.
Könnten Sie, Avie ich, aus der Kälie zu sehen, so würden Sie an den Kautschukbändern genau denselben Vibrationsvorgang Avahrneli-men, welchen ich Ihnen soeben als den der Stimmbildung im Kehlkopf beschrieb.
Aber noch mehr ! — um Ihnen zu beAveisen, dass der Avirklichen Stimmbildung in der That nichts Aveiter zu Grunde liegt, als eben dieser grob-mechanische Be-Avegungsvorgang — ohne p'-irgend welche Beimischung von vitalen oder mystischen Einflüssen der sogenannten Lebenskraft, so Avili ich jetzt einen wirklichen Kehlkopf, den ich aus einem menschlichen Leichnam herausprä-parirt habe — zum Tönen bringen.
Es wird mir gelingen, einen Stimmton des Verstorbenen, dem dieser Kehlkopf angehörte, ohne alle Zauberei in diesem Saale Avieder-erklingen zu machen.
Ich stecke den Kehlkopf auf das Blasrohr und Averde mich bemühen — während ich einen kräftigen Luftstrom hindurchtreibe — den Stimmbändern vermittelst einer Pincette solche Stellungen und Spannungen zu geben, Avelche sie zur Stimmbildung befähigen. Sie hören jetzt in der That verschiedene sehr vernehmliche und — zum Theil auch recht wohllautende Töne, denen Sie den Charakter der menschlichen Stimme nicht ganz absprechen Averdcn, wenn Sie dem nicht geAVöhnlichen Umstand billig Rechnung tragen, dass sie factisch der Kehlkopf eines — Verstorbenen gesungen hat !
Das Gelingen dieses interessanten Wiederbelebungs- oder Auferstehungsversuchs beAveist aber nicht nur, dass der Stimmerzeugung jener beschriebene, grob-mechanische Bewegungsvorgang Avirklich und
Fig. 27. Künstlicher Kehlkopf.
T eine Kölire von Holz, welche der Trachea entspricht. Der Messingring G repräsentirt den Grundknorpel des Kehlkopfes ; mit seinen Seitentheilen articulirt der Messingbügel Sp , welcher wie der Spannknorpel des Kehlkopfes hebelförmig um die Axe a gedreht werden kann. Er trägt die Klemme m. St ein den Stellknorpeln des Kehlkopfes entsprechendes Messingstück, das in die Klemme s ausgeht und um die Axe b beweglich ist. M eine röhrenförmige Kautschukmembran, welche wie die Kehlkopfschleimhaut zwischen den Punkten s und m in Form zweier, eine feine Spalte (Stimmritze) begrenzenden Bänder oder Falten ausgespannt ist. p. pl, p2, p3, pA Stahlschrauben zum Feststellen der beweglichen Messingstücke.