72 	Populre physiologische Vortrhge.

ausschliesslich zu Grunde liegt, sondern auch zugleich, dass die Stimm-
bnder allein das wesentliche tonerzeugende Gebilde des Kehlkopfes
sind, denn dieser Leichenkehlkopf hat gesungen - obschon wir ihn
seines ganzen Ansatzrohrs und selbst aller seiner brigen Bestandtheile
beraubt haben.
	Um die Anatomie des Kehlkopfes zu beenden, muss ich Sie noch
kurz mit diesen brigen Bestandtheilen bekannt machen.
Unmittelbar ber je-
dem der beiden Stimm-
bnder .1
i\	bnder bildet die Schleim-
haut eine taschenfrmige
	'.1	Vertiefung oder Hhle,
-	- " 	die sogenannte MOmMa-
L. - -: - j ' Ni sehe Kehlkopfstasehe,


	p.
		dem Stimmband parallel
- . eine horizontale mit
nice!		Schleimhaut-
A	welche nach oben durch


		laufende	Sehleimhant-
-	. ''	falte, das	sogenannte
	1	Taseheuband, 	begrenzt
\
-	-	wird.
				5			Sie sehen diese Ge-
						bilde hier an einem hal-
		Fig. 28 I. Kehlkopf hinten aufgeschnitten und				hirten und an einem you
				anseinandsrgelsgt.
	0, 0 Durchschnitt der Siegelringplatts des Grundknorpels;					hinten geffneten 
Kehl-
	gnat Durchschnitt des Muskels , welcher quer yen einem
	Stsllknerpel zum andern geht und beide einander nhert; pa					kopf, noch besser 
an die-
	wulstige Hervsrragnng der Mndung des Kehlkopfes , in wel-
	cher die Spitze eines Stsllknsrpsls steckt; w Wulst, welcher					ser vorderen 
Hlfte eines
	dem Wnisncno'schen Knsrpslstbcheu entspricht; as Schleim-
	hnntfalts, welche sich in den Seitenrand des Kehldeckels					von rechts nach 
links
fortsetzt; eis Kehldsckelwnlst; s und s' die Stimmmsrtitze der
	Stellknsrpel im Anfangstheil der beiden Stimmbnder um und					gefhrten 
Durchschnitts
	sm; tt die Taschenbnder. Der dunkle Spalt zwischen ihnen
und den Stimmbndern ist dsrEingang in die rechte und in die					(vergl. Fig. 28 
A, B, C1.
			links MoicnanNi'sche Kshlkspfstaschs.				Oberhalb der Ta-schenbnder erweitert 
sieh

der Kehlkopfsraum und mndet in den Pharynx aus.
	Diese Mndung wird durch eine kreisthrmig in sieh selbst zurck-
laufende Sehleimhautfalte gebildet, welche ein kurzes schrg von vorn
und oben, nach hinten und unten abgestutztes kurzes Rohr darstellt,
das durch mehrere Knorpelsteke gesttzt und gesteift wird.
	Sie sehen die rhrenfrmige Kehlkopfsmndung auf diesem Bilde
(Taf. 3, Fig. 21) in den von hinten aufgeschnittenen Pharynx hineinragen.
Die Sttzknorpel, welche dieselbe klaffend erhalten, sind durch den
Sehleimhautberzug hindurch kenntlich (vgl. Fig. 28 A): nach hinten
