﻿III. Stimme und Sprache.
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Bedingungen der Stimmerzeugung beeinträchtigt wird. So viel von der Stimme. Ich komme nun an
II. die Sprachlaute,
deren specielle Physiologie und Systematik uns zum Schlüsse noch beschäftigen sollen.
Man kann bekanntlich laut oder flüsternd sprechen.
In letzterem Falle verwenden wir die bereits oben als ßeibuugs-geräusch in der verengten Stimmritze erkannte Flüsterstimme oder vox clandestina, immer und überall in genau derselben Weise wie den Stimmklang beim lauten Sprechen.
Es gibt nämlich eine Keihe von Sprachlauten, welche ohne Mitwirkung der Stimme, mag diese nun laut oder nur flüsternd sein, gar nicht, oder nur unvollkommen hervorgebracht werden können, während eine zweite Beihe von Lauten existirt, welche ganz ohne alle Betheiligung der stimmbildenden Kehlkopfsthätigkeit im Ansatzrohre von selbst anlauten.
Diese letzteren wahren Selbstlaute entsprechen jedoch keineswegs den gewöhnlich als »Selbstlaute« bezeiclmeten Yoealen. sondern vielmehr gerade jenem Tlieile der sogenannten Mitlaute oder Consonanten, die man recht eigentlich, aber fälschlich, als typische, an und für sich (d. h. ohne Vocale], beinahe unaussprechliche Consonanten zu betrachten pflegt.
Ich tlieile die Sprachlaute. wie Sie bemerken, ebenfallsinSelbst-laute und in Mitlaute, aber ich verstehe unter den ersteren wie gesagt nur jene Hälfte der sonst sogenannten Mitlaute oder Consonanten, bei deren Erzeugung die geflüsterte und laute Stimme gar nicht mitlautet, oder doch nicht noth wen dig mitlauten muss, unter den letzteren dagegen die Vocale und die andere Hälfte der sogenannten Consonanten, deren Bildung, wie die der Vocale, ohne die Betheiligung der lauten oder geflüsterten Stimme nicht zu Stande gebracht werden kann.
Ich nenne also Mitlaute jene Sprachlaute, bei deren Bildung die durch die Vorgänge und Veränderung im Ansatzrohr erzeugten akustischen Phänomene1] und die Stimme, gleichgültig ob tonlos
1 Mögen diesen akustischen Phänomenen nun selbstständig erzeugte Geräusche (wie bei den Mediae) oder nur Resonanzschwingungen im Ansatzrohr (wie bei den VocalCn, welche nach obiger Begriffsbestimmung zu den Mitlautern zu rechnen sind , zu Grunde liegen.