﻿III. Stimme und Sprache.
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2 Die Vocale
— die erste Gruppe von den Spraclilauten, die wir betrachten wollen — wurden erst durch Helmholtz in ihrem wahren AVesen erkannt und befriedigend erklärt.
So Verdienstliches auch früher schon über die Voealbildung geleistet worden war, ein volles und gründliches Verständniss derselben konnte nicht eher erzielt werden, als bis das eigentliche AAresen der Klangfarbe oder des Timbres aufgeklärt war — wie es endlich Helmholtz gelungen ist. denn — um es kurz zu sagen : die AMcale sind verschiedene Klangfarben der Stimme, hervorgebracht durch die Resonanz der für bestimmte Tonhöhen abgestimmten Mund- und Raehenliöhle.
Sic sehen liier eine hohle Ales-singkugel von bestimmten Dimensionen; sie schliesst Luft ein, welche nur durch eine kreisrunde Oeff-nung mit der Atmosphäre zusammenhängt.
Hier habe ich eine Stimmgabel, ich fasse sie an ihrem Griff und schlage mit ihr kräftig auf einen an die Tischkante angenagelten Kork :
— sie gibt einen Ton, welcher äus-sei'st schwach ist, so dass ihn die wenigsten von Ihnen hören.
Bemerken Sie aller wie der Ton anschwillt und im ganzen Saale hörbar wird, so oft ich die Oeffnung der messingenen Hohlkugel der Gabel nähere vgl. Fig. 33).
Hier ist eine zweite Hohlkugel Fig. 33. M eine Holilkugel von Messing mit , . ,	.	-,	einer runden Oeffnung m; 6'Stimmgabel mit
von gleicher Art — aber von ganz	Holzstiel,
anderen Dimensionen als die erste.
Ich nähere ihre Oeffnung — wie vorhin — der schwingenden Stimmgabel. Aber siehe da, der Ton wird jetzt nicht verstärkt, um, wie vorhin, hörbar zu werden.
Warum gelingt nun der Versuch mit der ersten, nicht aber mit der zweiten Hohlkugel ? Einfach darum, weil die erste Kugel auf den Ton der Stimmgabel genau abgestimmt ist und daher die in ihr enthaltene Luft in gleichwerthige Alitschwingungen gerathen kann, die in