﻿III. Stimme und Sprache.
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und zwar nur j ene Obertöne durch Resonanz (wie der Stimmgabelton durch unsere Hohlkugel) verstärkt, welche mit dem charakteristischen Eigenton der Mundhöhle zusammenstimmen.
Die Stimme muss daher stets eine bestimmte andere Klangfarbe annehmen, denn für jeden Vocal sind ja die Eigentöne der Mundhöhle andere, und somit werden immer andere Obertöne im Stimmklang verstärkt. Von der Art der Ton mi s eh u n g hängt aber eben, wie gesagt, die Klangfarbe ab.
Darin liegt also das nunmehr aufgehellte Geheim-n i s s d e r V o c a 1 b i 1 d u n g. Helmholtz ist es gelungen, aus einfachen Stimmgabeltönen Klänge zusammenzusetzen, deren Färbung mit den Vocalen vollständig übereinstimmte. Er hat somit die Vocale künstlich erzeugt und durch diese Synthese die schlagende Probe auf die Richtigkeit seiner Erklärung der Vocale gemacht. Im vorigen Jahre habe ich Ihnen einen Versuch1) zu Gehör gebracht, welcher dasselbe beweist, und den grossen Vortheil hat, Jedem zugänglich zu sein, dem ein Klavier zur Disposition steht. Sie erinnern sich, dass uns die Vocale, welche ich mit lauter Stimme gegen die Besaitung eines geöffneten Flügels rief, während die Dämpfung gehoben war, in ihrer speeifisch en Klangfarbe, wie beim Echo, aus dem Flügel zurücktönten. Indem die ins Klavier hineingerufenen Vocalklänge n u r j e n e Saiten in stärkere oder schwächere Mitschwingungen versetzten, welche den stärkeren und schwächeren einfachen Tönen entsprechen, aus denen der Vocal zusammengemiseht ist, konnte — wenn die gegebene Erklärung der Vocalbildung richtig ist — der Versuch auch kein anderes Resultat geben — und umgekehrt.
Bei der Flüstersprache entstehen die Vocale einfach durch Anblasen der Mundhöhle, indem sich der wach gerufene charakteristische Eigenton derselben dem Geräusche der Flüsterstinune beimischt.
Bei einiger Aufmerksamkeit, namentlich bei Vergleichung mehrerer hintereinander geflüsterter Vocale lassen sich die constanten und charakteristischen Tonhöhen recht deutlich aus dem Geräusch heraushören.
Lässt man die geflüsterten Vocale ■— besonders u oder ü in laides Mundpfeifen übergehen, indem man den wahrgenommenen Eigenton beim Pfeifen festhält, so kann man die Mundhöhle als eine Art natürlicher Stimmgabel brauchen, weil die vocalischen Eigentöne constante absolute Tonhöhe haben.
Sehr interessant ist noch, dass für denselben Vocal die charak-
! Vgl. S. 57 u. f.