80 	Populiire physiologische Vortriige.

auch er sieh eines Besseren und wurde selbst ein eifriger Laryngo-
skopiker.
	's/or dem Schicksal aller meiner Vorgnger'), das begonnene
Unternehmen, eine neue Untersuchungsmethode zu begrnden, erfolg-
los fallen gelassen zu haben, bewahrte mich aber ein do p p e lt er
Umstand.
	Einmal verwendete ich von vorn herein einen grossen durch-
bohrten Hohlspiegel zur Beleuchtung, nm die oben errterte Bedingung
leicht und bequem zu erfllen - nmlich das Licht auf den cingef Uhr-
ten Kehlkopfspiegel immer in j en er Richtung zu werfen, in welcher
das Auge des Beobachters in den Spiegel hineinsieht; und um zugleich
das Licht einer knstlichen Lichtquelle, z. B. einer einfachen Modera-
tenrlampe hinreichend concentriren und zu den fraglichen Versuchen
verwenden zu knnen. Er s t lie h also hatte ich mir eine bequeme
und ausreichende k tins t 1 i eh e Beleuchtung geschaffen, welche mich
in den Stand setzte, ununterbrochen arbeiten zu knnen, oh n e So n -
nenlicht erwarten zu mssen, welches meine beiden zuletzt
genannten Vorgnger absolut nicht entbehren zu knnen glaubten -,
war ja GARCIA, wie er selbst erzhlt, gezwungen, wegen seiner Ver-
suche fr einige Zeit aus dem nebelreichen London nach dem sonnige-
ren Paris zu gehen!
	Zweitens aber habe ich meine allerersten Kehlkopfspiegelver-
suche an mir selbst angestellt, um die Bedingungen kennen zu lernen,
die sowohl vom Beobachter, als vom Beobachteten fr das Gelingen des
Versuchs zu erfllen sind, - und nur hierdurch habe ich jene grnd-
liche Vertrautheit mit allen Seiten der Aufgabe und jene manuelle
Geschicklichkeit alsbald erlangt, welche allein zur Erzielung end-
gltiger Beobachtungsresultate fhren konnte.
	Sie sehen hier den Apparat, welchen ich fr diese Selbstbeobach-
tungen zusammenstellte und benutzte; er dient zugleich zur Demon-
stration (vgl. Fig. 30).
	Bei den Versuchen an anderen Individuen liess ich das Stativ (8)
des Apparats und den Gegenspiegel (G) weg und fixirte den grossen
Beleuehtungsrefleetor vor den Augen mit der linken Hand, spter mit
einem Stirnband oder einem zwischen den Zhnen gehaltenen Stiel.
	Auf der folgenden Tafel (vgl. Fig. 31) habe ich dieses Verfahren
zur Untersuchung Anderer skizzirt. Es bedarf dieses Bild wohl keiner

1 Den einzigen, GARCIA, muss ich insofern ausnehmen, als er sich des Kehl-
kopfspiegels nur zu einigen gelegentlichen Beobachtungen ber Stimmbildung
bediente, es aber gar nicht beabsichtigt und unternommen hatte, eine neue,
allgemein verwendbare Untersuchungsmethode zu begrnden.
