78 	Populäre physiologische Vortrilge.

	Das Beispiel von diesen praktischen »Spionen« wird Ihnen sofort
begreiflich gemacht haben, dass auch das Bild des so verborgenen
Kehlkopfes in einem kleinen Spiegelehen, das durch den weitgetiff-
neten Mund unter einer Neigung von etwa 450 bis in die Gegend des
weichen Gaumens gebracht worden wäre, nothwendig sichtbar werden
müsste, wenn es nur in der Tiefe des Schlundes nicht dun-
kel wäre!
	Dieses Hinderniss ist aber leicht zu beseitigen, indem man kräf-
tiges Licht auf dasselbe Spiegelchen in der Richtung einfallen lässt,
in welcher man hineinsieht.




















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B'











B
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rig. 20 dient zur Erläuterung des Gesetzes der Spiegelung.
S ein Spiegelehen; A das Auge ; B ein Gegenstand; B' dessen scheinbarer Ort 
im Spiegelbild. p, p', p'
die Einfallslothe der Lichtstrahlen (siebe die pnnktirlen Linien) und der 
(ausgezogenen)
Sehriehtnngslinien.

	Denn, da nach den bekannten Gesetzen der Zurückwerfung des
Lichtes der Einfallswinkel stets gleich ist dem Reflexionswinkel, so
werden unter diesen Umständen immer gerade jene Theile beleuchtet
werden, deren Bilder das Spiegelehen ins Auge des Beobachters eben
zurückwerfen muss. Diese Zeichnung (vgl. Fig. 29) wird das Gesagte
erläutern. Es sei S ein geneigt gestelltes Glas- oder Metallspiegel-
ehen. Ein in A befindliches Auge wird den Gegenstand B scheinbar
hinter der Spiegelflache bei B' erblicken. Wäre nun der Gegenstand
B im Dunkeln, so wurde, wie man bei Verfolgung der pnnktirten und
ausgezogenen Linien leicht einsieht, Licht, welches in der s cl b en
Richtung auf- den Spiegel S geworfen würde (siehe die punktirten
Linien), in welcher das Auge A blickt (siehe die ausgezogenen Linien),
g era d e auf den Gegenstand B reflectirt werden müssen, diesen be-
leuchten und dem Auge A sichtbar machen, weil die Winkel, welche
die einzelnen Lichtstrahlen mit den Einfallslothen p, p1, p2 machen,
di esel b en bleiben, gleichviel ob die Strahlen in der Richtung von
A nach B, oder von B nach A gehen.
