﻿III. Stimme und Sprache.
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Aber Sie werden vielleicht einwenden — und dieser Einwand ist sogar von gelehrter Seite gemacht worden ! — »das eingeführte Glasoder Metallspiegelchen muss sich ja vom Hauche beschlagen und trübe werden. Wie soll man damit deutlich sehen«?
Beruhigen Sie sich — die geringste Ucberlegung wird Ihnen sagen, dass eine Spiegelfläche in einer mit Wasserdampf gesättigten Atmosphäre . wie der Athem es ist, vollkommen blank bleibt, wenn der Spiegel vorher etwas erwärmt worden ist ; — nur der kalte Spiegel beschlägt sich mit condeusirtem Wasserdampf.
Der Gedanke, das einfache Princip der Spiegelung zur Beleuchtung und Besichtigung des Kehlkopfes anzuwenden, liegt, wie Sie zugeben werden, in der That ausserordentlich nah — so nah, dass man sich nicht wundern kann, dass derselbe schon zu Anfang dieses Jahrhunderts, ja vielleicht noch früher wirklich gefasst und zu reali-siren versucht wurde — zu verwundern scheint dabei im Gegentheil nur, dass dies nicht schon vor viel längerer Zeit geschehen ist, und dass die endliche erfolgreiche Ausführung und allseitige Yerwerthung eines so einfachen Gedankens erst der Neuzeit angehört.
Diese Art von Verwunderung, welche uns — seit dem berühmten Ei des Columbus — einer scheinbar oder wirklich einfachen Neuigkeit gegenüber, nur zu leicht überkommt, wird jedoch bedeutend abgeschwächt, wenn man erfährt, welche Schwierigkeiten und Zweifel wir Alle zu überwinden fanden, die wir uns zuerst und ohne Anleitung mit der Ausführung eines so nahe liegenden Gedankens befassten.
Nachdem die überraschende Leistungsfähigkeit des Kehlkopfspiegels einmal aufgezeigt war und namentlich jetzt, wo die Laryngoskopie überall systematisch gelehrt und geübt wird, ist es freilich kaum mehr begreiflich, wie jene ersten Schwierigkeiten und Zweifel sich als so mächtig erweisen konnten, dass sie auch nicht einen einzigen meiner vielen Vorgänger — von Babington (1827), Baumes 1838), Liston (1840), Warden und Avery (1844) bis auf Garcia (1854 und Tükck (1857; — dazu kommen Hessen, den wahren Werth des Kehlkopfspiegels in seinem ganzen Umfange zu würdigen, und nicht eher zu ruhen, bis die Laryngoskopie fest begründet war.
Ja, der zuletzt genannte Arzt erklärte noch, meinen ersten Pu-blicationen und Resultaten gegenüber, und recht eigentlich im Gegensätze zu den von mir vertretenen Ueberzeugungen, öffentlich — und Hess es sogar drucken, »dass er weit entfernt sei, allzu sanguinische Hoffnungen von den Leistungen des Kchlkopf-s p i e g e 1 s i n d e r P r a x i s z u h e g e n «. Hinterher freilich überzeugte