- 	Populäre physiologische Vorträge.
letzteren - die Nasenklappe offen, das Gaumensegel gesenkt ist -
was, wie ich im Voraus ein- für allemal hervorhebe - bei k einem
Consonanten stattfindet.
	Die drei Artikulationsgebiete des Ansatzrohrs sehen Sie hier (vgl.
Fig. 35 I, II, III). Das erste umfasst die Lippen bis zum Rande der
Zahnreihe. Das zweite die Zähne, die vordere Partie des harten Gau-
mens und die Zungenspitze; das dritte endlich den Zungengrund, die
hintere Partie des harten Gaumens mit dem Gaumensegel und den
Schlund.
	An jedem dieser Artikulationsgebiete kann die Mundhöhle durch
gegenseitiges Aneinanderlegen der weichen beweglichen Theile oder
dieser und der festen Theile luftdicht verschlossen werden. Geschieht
dies, indem dabei die Nasenklappe offen bleibt und zugleich die
flüsternde oder laute Stimme angegeben wird, so entstehen eben die
sogenannten Nasenlaute oder Resonanten.
	Bei ihnen resonirt mit der Stimme also der Nasenton und der
Eigenton jenes Theiles der Mundhöhle, welcher von der Verschluss-
stelle bis zur Rachenhöhle übrig bleibt.
	Der Resonant des ersten Artikulationsgebietes ist das rn, der des
zweiten das n, der des dritten endlich ist ein Laut, für den wir statt
eines besonderen Buchstabenzeichens ny zu schreiben pflegen.
	Es ist beispielsweise der Laut am Ende der Worte Klang, Sang,
Gang, Drang.
	Die Schreibung unseres dritten Resonanten durch n und q kann
insofern einigermassen entschuldigt und erklärt werden, als jene Stelle
des Artikulationsgebietes, wo der Verschluss für diesen Laut bewerk-
stelligt wird, genau derjenigen Stelle entspricht, wo, wie wir gleich
sehen werden - in der That auch das g - wiewohl unter anderen
Bedingungen - entsteht, weshalb sich dem fraglichen Resouanten
sehr leicht und oft unwillkürlich ein wirkliches g anschliesst.
	Durch ein n kann aber unser Laut niemals bezeichnet werden,
wie Sie sich leicht überzeugen können, wenn Sie z. B. die Silbe Klan
aussprechen, dann anhalten und endlich g folgen lassen. So ausge-
sprochen wird das Wort niemals zu Klang!
	Jetzt kommen wir zu den drei Lautgruppen, welche durch die
drei Arten der selbstständigen Geräuschbildung im Ansatzrohr eharak-
terisirt sind.
	Die erste Art der selbstständigen Geräuschbildung ist die Her-
stellung oder Unterbrechung des Verschlusses an den drei Arti-
kulationsgebieten. Wenn dabei die Gaumenklappe gehoben und
die Nasenhöhle abgeschlossen wird, so ist dieser Verschluss und
