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Die Physiologie als allgemeines Bildungs-Element.
auf keine andere Veränderung beobachtet als, im ersten Fall eine Zusammenziehung, im zweiten aber eine Lähmung eines einzelnen Muskels oder einer Muskelgruppe.
So constatirt, um noch ein anderes Beispiel anzufiihren, das Experiment der Hemmung und Freigebung (oder der künstlichen Injection) des Blutstroms in den zuführenden G (‘fassen der Organe, dass nur hochrothes, arterielles Blut die Elemente enthält, welche die Bedingungen der Leistungsfähigkeit der Organe im normalen Bestände erhalten.
Indem sich dann die experimentelle Forschung der Zergliederung dieser Bedingungen in den als Träger der einzelnen Functionen ermittelten Organen und Geweben zuwendet, findet sie stets bestimmte Anordnungen von festen, flüssigen und gasförmigen Massentheilchen, welche sich in den verschiedensten Richtungen und Formen bewegen — mit anderen Worten, sie findet stets bestimmte physikalische und chemische Elemente und Processe, deren weitere Zergliederung nach den Grundsätzen des physikalischen und chemischen Versuchs unternommen werden muss.
Das physiologische Experiment läuft also schliesslich immer in das physikalische und chemische aus.
So lehrt z. B. die Zergliederung der im reizbaren, functionsfähigen Nerven- und Muskelgewebe vorhandenen Bedingungen, dass die Massentheilchen, welche sie aufbauen, in einer gesetzmässigen elektrischen Bewegung begriffen sind, und nach aussen übertragbare elektromotorische Kräfte entwickeln, welche beim Wechsel von Ruhe und Thätig-keit entsprechende Veränderungen erleiden, so dass sie als ein Ausdruck der innersten Molecularzustände und Vorgänge der physikalischen Erklärung der Nerven- und Muskelphysiologie die wichtigsten Anhaltspunkte geben. 80 wird in einem anderen Falle — nachdem z. B. das physiologische Experiment ermittelt hat, dass sich Eiweisskörper im Magen auflösen und dass es der saure Magensaft ist, welcher diese Erscheinung bewirkt — die chemische Untersuchung das Ferment desselben zu finden und den eigentlichen Vorgang aufzuklären haben.
Als letztes Ziel und zugleich — im Falle des Gelingens — als höchster Triumph der experimentellen Forschung auf allen Stufen ihres Eindringens in das unendlich verwickelte Zusammengreifen der die Erscheinungen ursächlich vermittelnden Umstände und Veranstaltungen , ist aber endlich die Aufgabe zu betrachten auch ausserhalb des Organismus die gleichen Umstände und Bedingungen willkürlich herzustellen, um aus ihnen die gleichen Erscheinungen zu erzeugen.
Die künstliche Nachbildung der physiologischen Lei-