﻿Die Physiologie als allgemeines Bildungs-Element.
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oder nur theilweisen Gelingens einen positiven Werth — und darin eben liegt die ausschliessliche Berechtigung der gegenwärtigen Ricli-tung der physiologischen Forschung.
Indem die moderne Physiologie eine mechanische Erklärung des Lebens anstrebt, verwendet sie, wie jede erklärende Naturwissenschaft zwei Hilfsmittel der Untersuchung : die Beobachtung und das Experiment.
Die physiologische Beobachtung bestellt darin, dass der Forscher seine gespannte Aufmerksamkeit auf die Veränderungen und Vorgänge richtet, welche während des Ablaufs des Lebens an und in den Organismen seiner sinnlichen Wahrnehmung entweder von selbst sich darbieten, oder die er derselben durch absichtliches Eindringen ins Innere des lebenden Körpers erst zugänglich machen muss : letzteres z. B. durch optische oder akustische Apparate, wie den Augenspiegel, den Kehlkopfspiegel, das Stethoskop, Plessimeter etc. etc., oder unmittelbar durch schneidende Instrumente, wie bei der Vivisection im engeren Sinne.
Zugleich zieht er alle Hilfsmittel herbei, welche geeignet sind, einerseits die Leistungsfähigkeit der beobachtenden Sinne für die Erfassung der minimalsten Unterschiede der Erscheinung und ihrer zeitlichen und räumlichen Verhältnisse zu steigern und zu schärfen, andererseits die zu beobachtenden Erscheinungen selbst deutlicher wahrnehmbar zu machen.
Ich will hier nur an das Mikroskop erinnern und an die ausgedehnte Anwendung der graphischen Methode zu physiologischen Zwecken, durch welche viele der flüchtigsten Erscheinungen sich selbst in Form von Curven mit grösster Genauigkeit registriren und flxiren. (Kymograph, Sphygmograph. Kardiograph , Myograph, Phonautograph.)
Durch Benutzung der gegenwärtig so reichen und geschärften Hilfsmittel der Beobachtung gelangt die physiologische Forschung zur genauen Kenntniss und Feststellung der gesammten Lebenserscheinungen.
Aber die blosse Beobachtung, so genau und geschärft sie auch sein mag, genügt an sich noch nicht zur Ermittelung der Ursachen und Gesetze der Erscheinungen, welche eine befriedigende Erklärung des Lebens ermöglichen sollen.
Zu diesem Ende muss sich die Beobachtung mit dem Experiment eombiniren.
Dieses besteht in einer planmässigen Zergliederung der causalen Bedingungen der einzelnen Erscheinungen. und diese Zergliederung