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Heber das Wesen der Nerventhätigkeit.
folgendes ist : Im lebenden Menschen pflanzt sich die Erregung in den Nervenbahnen im Durchschnitt mit einer Geschwindigkeit von 194 bis 195 Fuss in der Seconde fort. d. h. in einem 195 Fuss langen Menschennerven, wenn es einen solchen gäbe, würde die Erregung eine ganze Seeunde brauchen, um von einem Ende desselben zum anderen zu gelangen: die gewöhnliche Länge der menschlichen Nerven von höchstens einigen Fuss wird daher immer in wenigen Tausendtlieilen einer Seeunde von der Erregung zurückgelegt.
Dieses Resultat muss, abgesehen von den daraus fliessenden wichtigen Folgerungen, als ein höchst überraschendes bezeichnet werden, denn bei der allgemein verbreiteten Vorstellung, dass die Nervenwir-kungen auf Strömungen eines ätherischen oder psychischen Princips zurückgeführt werden müssten, mag es ganz unglaublich erscheinen, dass die Geschwindigkeit dieser Strömungen nicht nur überhaupt messbar. sondern vcrhältnissmässig so überaus gering sein sollte.
In der That, vergleichen wir das gefundene Resultat mit der Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichtes, welches 40,000 Meilen in der Seeunde zurücklegt, mit der der Elektricität. welche noch bedeutender ist, ja nur mit der des Schalles, welche nur 1058 Fuss beträgt, so finden wir zu unserem Erstaunen die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Nervenerregung mit noch nicht 200 Fuss in der Seeunde verschwindend klein !
Rei der verhältnissmässigen Kürze der menschlichen Nervenbahnen , welche in den extremsten Fällen nicht viel über eine Klafter betragen, ist der Zeitraum. den die Erregung braucht, um den vorgeschriebenen Lauf zu vollenden, wie gesagt, so überaus klein, dass er gar nicht bemerkt wird.
Nichtsdestoweniger sind wir mit unseren Empfindungen und Wahrnehmungen doch immer um einen kleinen Schritt hinter der Wirklichkeit zurück, während der Willensimpuls seiner Ausführung etwas vorauseilt, so dass wir uns zu den Vorgängen in unserer nächsten LTmgebung streng genommen in einem ähnlichen anachronistischen Verhältnis» befinden, wie der irdische Beobachter bekanntlich der Fixsternwelt gegenüber, deren Lichtstrahlen. welche eben erst sein Auge treffen, schon vor Jahrtausenden von den Sternen entsendet wurden und daher Bilder geben, welche Verhältnissen entsprechen, die längst entschwundenen Schöpfungsepochen angehören.
Fm dieses interessante Verhältniss klarer zu machen. führe ich die Wahrnehmung eines momentanen elektrischen Stromes an. von dessen Existenz wir durch die Empfindung des elektrischen Schlages