﻿UePer das Wesen der Nerventhätigkeit.
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Physiker die Materie zusammengesetzt ist, — oder ganzer Gruppen derselben, der sogenannten Molecule.
Jeder dieser Bewegungsvorgänge pflanzt sieh mit einer bestimmten. je nach seinem Typus und der Natur seines materiellen Substrats verschiedenen Geschwindigkeit fort. Um nur Ein Beispiel anzuführen. Das Licht durchläuft 40,000 Meilen in der Secunde, der Schall nur bescheidene 1058 Fuss; ein mit einem Spiegel reflectirter Sonnenstrahl ist daher schon nach 7 Minuten zur Sonne zurück; die augenblickliche Antwort auf die Frage eines Sonnenbewohners wäre es erst nach 30 Jahren !
Nach den Ermittelungen der Physiker müssen wir uns aber auch eben deshalb das materielle Substrat der Lichtbewegung mit viel mächtigeren Spannkräften ausgestattet und von viel feinerem ätherischerem Stoffe denken als die Luft, welche das Substrat der Schallbewegung ist.
Kennten wir die Geschwindigkeit, mit welcher sich die Erregung in den Nerven fortpflanzt, so würde sich sofort ergeben, welcher Kategorie jener Reihe von Bewegungsvorgängen dieselbe angehört oder doch am nächsten steht, namentlich ob ihr materielles Substrat grobe wägbare Materie ist, oder von jener ätherischen, unwägbaren Beschaffenheit wie das Substrat des Lichtes.
Stellen wir uns also diese Frage, welche im Sinne des früheren Vergleiches des Nervenmechanismus mit einem elektrischen Telegraphen also formulirt werden kann :
Mit welcher Geschwindigkeit pflanzen sich die Depeschen in unseren motorischen und sensitiven Nervenbahnen fort ? d. h. welche Zeit braucht die Erregung, in welche ein Stich mit einer Nadel setzt, um von der Fingerspitze z. B. bis ins Gehirn, — welche Zeit ein durch die Seele erregter Willensimpuls, um aus dem Gehirne bis zu den Muskeln zu gelangen ?
Die Lösung dieses anscheinend ungreifbaren Problems verdankt die Wissenschaft dem hevorragenden Scharfsinn des Professors Helmholtz in Bonn, eines der genialsten Physiologen der Gegenwart.
Helmholtz hat, um die Bruchtheile einer Secunde, um die es sich hier handelt, genau zu bestimmen, die schärfsten und exactesten zeitmessenden Methoden der Physik auf eine äusserst sinnreiche Weise in Anwendung gebracht. Ich bedauere, dass es mich zu weit führen würde, auf die Auseinandersetzung des von Helmholtz angewendeten, wahrhaft ingeniösen Verfahrens näher einzugehen, und muss mich daher begnügen, das Endresultat dieser schwierigen und für den Beobachter äusserst anstrengenden Bestimmungen mitzutheilen, welches nach einer brieflichen Mittheilung von Helmholtz an Professor Ludwig in Wien