﻿Sechs Tage in und um Bordeaux.
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Der Weg führte uns durch Pinus-Wälder, Haideland uud während der Ebbe blossgelegten Meergrund. Die Pinus-VVälder liefern Massen von Harz, welches von den Leuten dadurch gewonnen wird, dass sie in die Bäume lange und tiefe Furchen mittels einer Axt anbringen, in welchen dann das Harz herunterläuft und am Fusse des Baumes in Behältnissen sich ansammelt. Die Bäume erhalten durch diese methodisch angebrachten Verwundungen ein eigentliümliches Aussehen, indem die Stämme mit der Zeit einen sternförmigen Querschnitt erhalten. Auffallend war mir, dass die Bäume diese Procedur so leicht ertragen und nicht zu Grunde gehen. Ja nach der Versicherung der Leute soll das Holz solcher Bäume fester und derber werden, und sowohl zum Brennen als zur Verarbeitung dem anderer Stämme vorzuziehen sein.
Während des Kittes litten wir viel von der fast unerträglichen Hitze und vom Staub. Endlich waren wir am Ziele und eine frische Brise vom Meere her erquickte und kühlte uns. Nach wenigen Minuten der Rast Hessen wir uns von Herrn Boissiere nach seinen Meersalzplantagen führen. Das Meersalz wird hier auf die primitivste und wohlfeilste Art gewonnen. Einige Morgen Landes sind zu flachen d. h. einige Zolle tiefen Bassins, die untereinander und mit dein Meere com-muuiciren, umgegraben und mit Meerwasser gefüllt. Der Wind und die Sonne machen das Wasser rasch verdampfen und zwingen das Meersalz herauszukrystallisiren. Das so krystallisirte Salz wird abgeschöpft, gesammelt und in Haufen zusammengeschüttet. die man »Salzschober« nennen könnte. Diese Schober werden mit einer Lage Sand und Erde bedeckt und bleiben so stehen, bis sie weggeführt werden. Auffallend war nur der überaus deutliche Veilchengeruch, den das Salz eines eben angebrochenen Schobers ausströmen Hess. Woher dieser liebliche Geruch stamme, konnte ich nicht erfahren. Keines CI Na ist das auf diesem Wege gewonnene Salz aus sehr begreiflichen Gründen nicht, doch soll es sehr gesund sein. In den Gegenden, wo es gegessen wird, sind Kröpfe eine Seltenheit. Sollte dies mit dem Jodgehalt des Meersalzes Zusammenhängen'?
Eines der Hauptnahrungsmittel der Anwohner des Bassins d'Ar-cachon sind die Fische, welche sich reichlich darin finden. Um nicht von der zufälligen Ausbeute eines Fischzuges abzuhängen, haben sich die Leute grosse Weiher rings um das Bassin angelegt, worin sie stets einige Hundert Fische halten, welche den nächsten Bedarf decken. Diese Weiher hängen mit dem Bassin durch enge und kurze Kanäle zusammen, welche durch Schleussen abgesperrt werden können. Während der Flutli steigt das Wasser im Bassin so hoch, dass es die Weiher anfüllt, wenn die Schleussen geöffnet sind ; während der Ebbe