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Sechs Tage in und um Bordeaux.
Leute ringförmig am Halse hängen. Possierlich ist und bleibt diese Sitte immerhin, wenn sie auch ihre praktische Seite hat. Welchem allgemein gefühlten Bedürfnisse der Gebrauch der Stelzen abhilft und abhelten soll, habe ich nicht in Erfahrung bringen können. Der erhöhte Standpunkt auf den Stelzen befähigt zwar den Hirten die Heerde leicht zu übersehen und die Häupter seiner Lieben zu zählen: auch macht der Bote mit seinen durch die Stelzen verlängerten Beinen grössere Schritte und geht oft mehr als um das Doppelte schneller als andere Menschenkinder; allein diese Vortheile können den so allgemeinen Gebrauch der Stelzen nicht erklären, denn wenn dem so wäre, so müsste man dann die Frage stellen, warum der Gebrauch der Stelzen nicht in allen ebenen Ländern allgemein und volkstümlich sei? da die angeführten Vortheile verlängerter Beine für jeden Breitengrad gelten.
Den 21. August.
Obgleich gestern erst spät am Abend todtmüde von dem Pitt heimgekehrt, verliessen wir heute schon um 2 Uhr des Morgens Arès, um den Düne n einen Besuch abzustatten. Unsere Gelegenheit bestand in einem zweiräderigen. von einem Pferde gezogenen Karren [mavette . Das Stroli, auf dem wir lagen, schützte uns nur unvollkommen vor den Stössen dieses primitiven Fahrzeuges. Die einförmige Grossartigkeit der Dünen liess uns jedoch bald die Unannehmlichkeiten des Weges vergessen.
Der Charakter dieser Dünen ist ein völlig anderer, als jener der holländischen. Sie bilden liier ganz kahle, abgerundete, kolossale Sandberge, während die Holländer fast durchgängig mit einer Grasart bewachsen sind. Der Sand, aus dem sie zusammengeweht sind, ist so fein, dass man ihn gleich in eine Streusandbüchse füllen könnte. Jeder leise Windhauch treibt ihn in Wolken vor sich lier und verändert die Contouren der Berge. So weit der Blick reicht, sicht man nichts als Himmel und Sand; in der Wüste Sahara kann es nicht monotoner und öder ausselien. und doch macht das Ganze einen ergreifenden, grossartigen Eindruck. Nichts Lebendiges, keine Pflanze, kein Thier ist weit und breit zu sehen — doch halt 1 hier sind kleine Spuren im Sande, die etwa 2 Zoll von einander in einer langen Leihe sich aus dem Thal auf den Berg verfolgen lassen. Die Spuren sind ganz frisch, der nächste Augenblick würde sie verweht haben.
Das Thier, welches seinen Weg damit bezeichnet hat. kann nicht fern sein. In der That, dort, wohin die Spur sich zieht — hüpft ein kleiner Frosch ganz emsig den Berg hinan. Wie kommt das arme Amphibium in diese Saudwüste ? Hier muss es ohne Zweifel zu Grunde