172 	Bemerkungen ber Naturwissenschaft

tigungen so viel zu Nutze, wie der ernsten und ruhigen Ueberlegung
und Prfung, die Sie nur immer aufbieten knnen, irgend mglich
sein wird! -
	Diejenigen , welche auf den fraglichen, durch den Reiz des Ge-
licimnissvollcn und Wunderbaren anziehenden und bestrickenden Ge-
bieten thtig sind, lassen sich in zwei Hauptclasscn bringen. - Die
eine Cl as s e wird von Menschen gebildet, welchen es gar nicht um
die Constatirung und Erforschung der angeblichen wunderbaren That-
sachen ernst und ehrlich zu thun ist, sondern die aus irgendwelchen
mehr oder weniger unlauteren oder auch harmlosen Motiven
zur Betheiligung an diesen Dingen getrieben werden. Hierher gehren
die frivolen Zeitvertreib oder materiellen Gewinn Suchenden, also jene
Berufslosen, die sich mit einem eitlen Nimbus umgeben und die Zeit
mit scheinbar bedeutsamer Geschftigkeit todtschlagcn wollen, ferner
die mehr oder weniger bewussten Charlatanc, die betrogenen Betrger
und die Betrger schlechthin. Von diesem Gelichter brauche ich hier
nicht weiter zu sprechen!
	Die andere Classe jedoch machen jene anstndigen und
clircnwcrthen Leute aus, welche es wirklich ernst und aufrichtig mit
der Sache meinen - und diese haben ein volles Recht, von uns
bercksichtigt, besprochen und ernst und wohlmeinend zurecht-
gewiesen zu werden - wenn auch Rath und Belehrung natrlich
taube Ohren finden!
	In dieser Classc sind wieder zwei Gruppen zu unterscheiden:
erstens gute Menschen, aber schlechte oder vielmehr gar keine Musi-
kanten, d. h. die naturwissenschaftlichen Laien, die sich
entweder niemals oder nur ganz oberflchlich mit Naturforschung,
ihren Resultaten und Methoden beschftigt haben; und zweitens einige
wenige Naturforscher von Beruf, die sich sogar auf ihren spe-
ciellen Fachgebieten wirkliche und bleibende Verdienste um die
Wissenschaft erworben haben knnen.
	Von Denjenigen, welche zur ersten Gruppe dieser Classc gehren
und somit ohne Beruf und spccicllc Vorbildung anscheinend so ver-
wickelte und rthsclhaftc Vorgnge zu untersuchen sieh unterfangen,
knnen wir einfach Folgendes sagen: Htten diese Biedermnner auch
nur eine Ahnung von den Erfordernissen und Schwierigkeiten einer
cxactcn Naturbeobachtung, einen leisen Begriff von der Strenge des
Beweises, welche die Wissenschaft unbedingt fordern muss, wenn es
sich um die Constatirung von Thatsachcn und um die Ermitteluug des
urschlichen Zusammenhanges selbst der einfachsten Vorgnge han-
delt, so wrden sie in aller Bescheidenheit von ihren wunderlichen,
