	und Spiritismus, Geisternianifestntjonen etc.	169

beobachtung eine neue und besondere Kategorie, die Kategorie der
ungenau beobachteten Thatsachen aufzustellen und zu unterscheiden,
denn die Thatsachen dieser Kategorie sind es, welche eine so unge-
heure Rolle in der Geschichte der menschlichen Geistesentwickelung
spielen. Ohne den Begriff dieser Kategorie von v er in ein t liehen
Thatsachcn wren wir niemals im Stande, gewisse dunkle Erschei-
nungen und Richtungen des ffentlichen Geistes und die Hartnckig-
keit, mit welcher dieselben, kaum im Verschwinden, immer wieder
auftauchen und sich erhalten, zu verstehen und zu erklren.
Ich habe den Nachweis der unglaublichen Urthcilslosigkeit, in
welcher sich der vom Geiste der cxacten Naturforschung nicht vllig
durchdrungene, wenn auch sonst hochgebildete Mensch den Naturvor-
gngen gegenber befindet, wcrthvoll genannt - und die schon an und
fur sich interessanten physiologischen Erscheinungen, die uns hier be-
schftigen sollen, deshalb und insofern als sic Gelegenheit bieten, jenen
Nachweis, an den sich gewisse culturhistorische Betrachtungen wie
von selbst anknpfen, zu liefern, in doppelter Hinsicht fur interessant
erklrt; - weil ich der Ueberzeugung bin, dass man es nicht oft und
eindringlich genug sagen kann, wie erst der Geist der strengen Natur-
forschung, ja die Gewohnheit, in echtem Sinne Naturbeobachtung zu
treiben, eine Schrfe der Kritik, eine Strenge des Beweises und der
Prfung fordern lehrt, ohne welche die Herrschaft und das Umsich-
greifen der beiden culturfeindlichen Mchte, der Leichtglubigkeit und
des Aberglaubens, weder zu brechen noch zu hemmen sind! -
	.Wir Kinder des neunzehnten Jahrhunderts sind nicht wenig stolz
auf unsere Civilisation, Cultur und Aufklrung. Und in der That lsst
sich bei einer Vergleichung des im Mittelalter herrschenden Geistes mit
dem, der in jngerer Vergangenheit und Gegenwart herrschte und
herrscht, ein mchtiger Fortschritt auf der Bahn der Aufklrung nicht
verkennen.
	Indessen wir haben keinen Grund, die Hhe der Entwickelung,
auf der wir heute stehen, zu berschtzen, so lange noch bis in die
jngste Zeit herab und in der Gegenwart selbst auf den verschiedensten
Gebieten gewisse Geistesrichtungen und Erscheinungen zu
Tage treten und sieh geltend machen knnen, welche geradezu undenk-
bar und unmglich wren, wenn die Resultate und insbesondere die
Methode der Naturforschung, oder auch nur die Achtung vor beiden,
der lebenden Generation bereits so zu sagen in Fleisch und Blut ber-
gegangen wren.
	Es wrde mich viel zu weit von meinem Gegenstande abfhren,
wollte ich auch nur eine ganz flchtige Umschau ber alle diese Rich-
