1:0 	Bemerkungen ber Naturwissenschaft

tuugen und Erscheinungen halten, welche als dunkle Flecken und
schwarze Punkte auch noch die jngste Phase unseres relativ mchtig
aufgeklrten Culturlebens verunzieren. Fr unsern Zweck mag es ge-
ngen, hier zunchst nur beilufig auf die Manie des Tischrckens,
des Tischschreibens, des Geisterklopfens, an den ganzen
wunderlichen Spuk des Spiritismus, des thierischen Magne-
tismus, der Hellseherei und der verwandten Gebiete zu erinnern.
Die hypnotischen Erscheinungen bei Thiereu haben uns gezeigt,
wie schwer es ist, aus dem trgerischen Gebiete der ungenau beobach-teten 
Thatsache heraus auf den festen sicheren Boden wirklich that-
schlichen Geschehens zu gelangen; welche Umsicht, welche Strenge
des Beweises, welche Schrfe der Kritik die naturwissenschaftliche
Forschung unbedingt fordern muss, wenn es sich um die Auffindung
und Constatirung von Thatsachen handelt - und endlich wie wenig
Gewicht das aufrichtigste Zcugniss der glaubwrdigsten und ehren-
haftesten Personen fr (lie Wissenschaft haben kann, wenn jene Per-
sonen - trotz aller Ehrenhaftigkeit und aller sonstigen, vielleicht selbst
naturwissenschaftlichen Bildung - vom Geiste der exacten Naturfor-
schung doch nicht wirklich und nicht vllig durchdrungen sind.
	Ist aber diese berhaupt nie zu vernachlssigende Vorsicht bei der
Werthschtzung von Berichterstattungen und Zeugnissen, namentlich
ber solche thatschliehe Erscheinungen, welche aus dem Rahmen der
gewhnlichen Naturvorgnge herauszutreten scheinen, schon dann be-
sonders gerechtfertigt, wenn, wie bei hypnotischen Zustnden der
Thiere, jede Spur eines Verdachtes von absichtlicher Tuschung und
Betrug ausgeschlossen ist, um vieviel mehr ist dann selbstverstndlich
Zweifel, Zurckhaltung und Ablehnung unabweisliches Gebot und
Pflicht, wenn es sieh um Erscheinungsgebiete handelt, welche einer-
seits dem ganzen bisherigen sicheren Besitz der Wissenschaft Hohn
sprechen, andererseits nicht nur dem Verdacht, sondern, zuweilen
wenigstens, notorisch einem wirklichen Hineinspielen von absicht-
licher Tuschung und Betrug unterliegen. Dieses letzteren, zwiefach
bedenklichen Charakters erfreuen sich nun aber, wie jeder Besonnene
zugeben muss, zweifellos die von Tausenden von Augen- und Ohren-
zeugen berichteten und fr wirklich gehaltenen Erscheinungen im Ge-
biete des Mesmerismus, der Hellseherei, des Spiritismus, der Geister-
manifestationen etc.
	Indessen, die strenge Naturwissenschaft, als eine Erfahrungs-
wissenschaft, entscheidet sieh niemals a priori, und der zwiefaeh be-
denkliche Charakter an sieh wrde die Wissenschaft niemals abhalten,
Erseheiuungsgebiete solchen Charakters ernstlich in den Bereich ihrer
