﻿Die Principien der mechanischen Naturauffassung.
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Seining des »Lebens« ist, überhaupt gar keine Leistungen oder Beziehungen und Interessen des Menschen geben kann, welche nicht in einem solidarischen Zusammenhänge mit dieser Wissenschaft — der Wissenschaft vom Leben — stünden ; sowie dass kaum eine andere Wissenschaft in gleich wirksamer Weise die wahre Aufklärung zu befördern im Stande ist, als eben die Physiologie.
Die Physiologie entstand ursprünglich im Dienste der Mcdiein. Von allen Jenen, die sich denkend mit der Natur beschäftigten, fühlten die Aerzte als die Ersten das Bedürfnis», den Antheil der einzelnen, so mannigfachen Organe oder Werkzeuge des Körpers an den Lebenayerrichtungen genauer kennen zu lernen. Es war demnach die Physiologie anfangs nur eine Art von räsonnirender Anatomie und wurde einfach als die Lehre von der Verrichtung oder Function der Körpertheile, als doctrina de usa partium definirt. Es sind Jahrhunderte vergangen, bevor sie sich aus einer untergeordneten medicinischen Hilfswissenschaft zu dem Bange und der Bedeutung eines selbstständigen Zweiges der reinen Naturwissenschaft emporzuarbeiten suchte, indem sie sich die ganz allgemeine und zwiefache Aufgabe stellte, nicht nur die Lebensvorgänge und Kraftäusserungen der Organe zu ermitteln und festzustellen, sondern dieselben auch nicht länger als Manifestationen einer, den allgemeinen Gesetzen der leblosen Welt entrückten, mystischen »Lebenskraft« zu betrachten, vielmehr auch sic aus der chemischphysikalischen Beschaffenheit der organischen Formelemente, aus denen die Pflanzen und Thierkörper bestehen, und aus den natürlichen Beziehungen, welche sie zur Aussenwelt haben, mit Nothwendigkeit herzuleiten, d. h. zu erklären. Erst diese neueste Richtung der physiologischen Forsehung berechtigt zur Hoffnung, dass die Physiologie dereinst zu einer wahren Physik und Chemie der Organismen, d. h. zu exacter Naturwissenschaft oder Mechanik werden wird. So weit wir auch noch von diesem idealen Zustande der Entwicklung unserer Wissenschaft entfernt sein mögen, so wenig Sicherheit und Gewissheit wir auch besitzen, dass derselbe jemals ganz erreichbar sein werde: so viel steht heute schon hinsichtlich der anatomischen Gebilde fest, dass dieselben, sowie sie aus dem Stoff- und Kraftvorrath unseres Planeten hervorgegangen sind, auch nur aus diesem kosmischen Vorrath dasjenige an Stoff und Kraft schöpfen können, was sie im Kampfe um’s Dasein zu ihrem Fortbestehen und zu ihren lebendigen Kraftäusserungen benüthigen. So bilden denn die Entdeckungen und Anschauungen der exacten Naturwissenschaft, die das Gebiet des Gesetzlosen und Unbegreiflichen dadurch beschränken, dass sie unsere Begriffe vom Umfang des Gesetzes erweitern und den Zusammenhang von Erscheinungen