	I. Programm der Vorlesungen.	187

nachweisen, die frher ganz vereinzelt dazustehen schienen, die eigent-
lichen wissenschaftlichen Grundlagen der heutigen Physiologie, und es
geht nicht mehr an, das Gebiet derselben betreten zu wollen, ohne dem
Fortschritt der Naturwissenschaft im Ganzen Rechnung zu tragen, wel-
chen wir, um die Worte HELMHOLTZ' zu gebrauchen, nach dem Maasse
zu beurtheilen haben, nach welchem die Anerkennung und Kenntniss
eines alle Naturerscheinungen umfassenden urschlichen Zu-
sam men hang es fortgeschritten ist.
	Deshalb hielt ich es fr gerechtfertigt, j nothwendig, als Einlei-
tung in die heutige Physiologie die Prineipien der mechani-
schen Weltanschauung zum Gegenstande des Cyclus von Vor-
lesungen zu machen, dessen Programm ich eben heute besprechen
mchte. Es umfasst dieses von mir zu behandelnde Thema die grossar-
tigsten Fortschritte, welche die Naturwissenschaft vielleicht jemals ge-
macht hat, und darf daher als eines der interessantesten, der Aufmerk-
samkeit aller Gebildeten wrdigsten bezeichnet werden.
	Speciell mchte ich noch hervorheben, dass dasjenige, welches ich
in diesem Cyclus von Vorlesungen zu bieten und zu behandeln gedenke,
auch fr die medicinischen Fachstudenten, trotzdem ihnen die streng-
wissenschaftlichen Vortrge zugnglich sind oder sein werden, oder
vielleicht bereits zugnglich waren, ein besonderes Interesse haben
drfte. Die Vertrautheit mit der mechanischen Weltanschauung, die
Kenntniss der Gesetze eines alle Naturerscheinungen umfassenden
Zusammenhanges, wird nmlich bei den Hrern der Fachvortrge ber
Physiologie vorausgesetzt, eine Voraussetzung, die wohl selten zutrifft,
da die Lehrer der Physik und der Chemie, zu deren Fssen die Junger
Aeskulaps gesessen haben mssen oder doch gesessen haben sollten,
bevor sie das Gebiet der Physiologie betreten, nicht in der Lage sind,
die Darstellung der Wechselwirkung der Naturkrfte bis auf den Zu-
sammenhang der Erscheinungen der unorganischen Welt mit denen der
organischen Welt auszudehnen.
	So wnsche und bezwecke ich denn mit meinem Cyclus von Vor-
lesungen einerseits allen Jenen, welche im Interesse der allgemeinen
Bildung an denselben Theil nehmen wollen, in allgemein fasslicher
Weise eine Vorstellung von der mechanischen Naturanschauung ber-
haupt und von den neuen Errungenschaften, welche wir derselben ver-
danken, zu geben, andererseits zugleich durch die Behandlung dieses
Theiles der Naturforschung, welcher als eine Einleitung in die heutige
Physiologie betrachtet werden kann, eine Lcke im medicinischen
Unterrichtsplan auszufllen.
Auf welche Weise ich diesen doppelten Zweck zu erreichen bemht
