﻿II. Kreislauf der Stoffe in den drei Naturreichen.
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scheu Stoffen, welche die Pflanzen gebildet und aufgespeichert haben, das ihr unentbehrliche organische Stoff- oder Nahrungsmaterial finden — und wenn auch in den Säften und Geweben der Thlere eigentümliche organische Stoffe enthalten sind, welche in den Pflanzen nicht Vorkommen, so sind dieselben nicht etwa vom Thiere selbst aus unorganischen Elementen neu gebildet worden, sondern nur Modifica-tionen jener organischen Pflanzenstoffe, welche das Thier entweder unmittelbar in seiner Pflanzenkost aufgenommen hat, oder welche das Thier, wenn es, wie die reinen Fleischfresser — Löwen und Tiger z. B. — niemals Pflanzenkost geniesst, mittelbar aus solcher erhält, indem es andere Thiere verzehrt, die entweder selbst Pflanzenfresser sind oder sich von Pflanzenfressern nähren. Kurz : das Thier entnimmt das ihm unentbehrliche organische Stoffmaterial in Form von Kohlehydraten, Fetten und Eiweiss-körpern, mittelbar oder unmittelbar, so mit letzten Endes immer nur der Pflanzenwelt.
Die unorganischen Stoffe, welche das Thier zur Erhaltung seines Lebens noch weiter bedarf — Wasser und Mineralsalze — findet es zum Theil ebenfalls schon in den Pflanzen, zum Theil eignet es sich dieselben jedoch unmittelbar aus der unorganischen Welt an. Unter diesen letzteren Stoffen ist es vor Allem der freie Sauerstoff, welchen das Thier, als wichtigstes und unentbehrlichstes Lebenselement, vermittelst seiner Athmungsorgane, unmittelbar entweder der Atmosphäre oder, wie alle im Wasser lebenden Thiere, der im Wasser absorbirten Luft entnimmt. Der freie Sauerstoff dringt durch die Ath-mungsflächen in die Blut- oder Säftemasse des Thieres und wird im ganzen Körper desselben vertheilt; so gelangt er mit allen Bestand-theilen der lebenden thierischen Gewebe, so wie mit dem durch die Verdauung modificirten und ebenfalls in und durch die circulirende Blut-und Säftemasse aufgenommenen und im ganzen Körper vertheilten Nahrungsstoffen in innige Berührung. Die noth wendige Folge davon ist, dass im Thiere alle die organischen Substanzen, die es der Pflanzenwelt entnommen, einer langsamen Verbrennung, einer allmählichen Oxydation verfallen und, durch Spaltung in immer einfachere und höher oxydirte Verbindungen zerlegt, zuletzt die uns schon bekannten unorganischen Endproducte : Kohlensäure, Wasser, Ammoniak und Mineralsalze, liefern. Der Lebensprocess bietet somit genau dieselben letzten Zersetzungs- und Zerstörungsproducte wie die rasche künstliche Verbrennung und die träge verlaufende Fäulniss. Das Thier scheidet in der That während seines lebendigen Bestehens ununterbrochen nebst Mineralsalzen Kohlensäure, Wasser und stickstoffhaltige.