204 	Die Principien der mechanischen Naturauffassung.

dranten verfolgen. Hier jedoch lagert sich die Anordnung der Bahnen
wieder um, und, indem die punktirten Linien aus dem freien Sau er-
stoffvorrath der Atmosphre, welche in den rrhierreichsquadranten ein-
dringen, an die ausgezogenen Linien sich wieder anlegen, kommen
die vierzehn Elementarstoffe wieder in Form von Kohlensure (C 0(,
Wasser (1120), Ammoniak (N H3) und Salzen ins Mineralreich zurck.
Dies soll Sie an die Verbrennungs- und Spaltungsvorgnge, durch
welche sich im Thiere die regressive Stoffmetamorphose vollzieht, er-
innern. - Jeder Elementarstoff vollendet, wie Sie deutlich verfolgen
knnen, eine in sich geschlossene Kreisbahn, welche ihn in ewig
wechselnder Vergesellschaftung und Gruppirung mit anderen Elemen-
ten durch die drei Reiche der Natur hindurchfhrt.
	So haben Sie deiin wohl den Eingangs in Aussicht gestellten
tieferen Einblick in die Rolle gewonnen, welche der elementare Stoff
bei dem Ablauf der Lebensvorgnge auf unserem Planeten spielt;
hineingerissen in einen mchtigen Strom, der aus dem Mineralreich
entspringt und seinen Lauf durch das Pflanzen- ins Thierreich nimmt,
um von da wieder ins Mineralreich zurckzukehren, verndert der
Stoff fortwhrend seine chemische Anordnung und Gruppirung und
seinen Ort im Raume. Die ganze unendliche Flle von Erscheinungen
des organischen Lebens in der Natur - ja unscr eigenes Menschen-
dasein mit seinem ganzen Reichthum an intellectuellen und socialen
Erscheinungen ist an diesen Wechsel und Kreislauf des Stoffes erfah-
rungsmssig gebunden. Hemmen Sie diesen Wechsel und Kreislauf
des Stoffes - und Sie vernichten die Welt! -
	Die uralte Vorstellung von der Metempsychose oder Seelenwande-
rung ist ein phantastischer Traum aus der Kindheit des Menschen-
geschlechts, aus dem die Mehrzahl der Menschen heute noch nicht
vllig erwacht ist. Der ewige Kreislauf des Stoffes hingegen,. dessen
Detail-Ausmalung in einem der Wirklichkeit auch nur annhernd ent-
sprechenden Bilde der khnsten und reichsten Phantasie spottet, ist
eine grossartige nchterne Wahrheit, welche der herangereiften
Menschheit - durch die exacte Naturforschung - unerschtterlich
feststehend fr alle Zeiten aufgegangen ist. Mit der Wage und dem
chemischen Reagens in der Hand ist der Naturforscher den Stoffele-
menten nachgegangen und hat sie auf ihren Wanderungen durch's
Universum in ewig wechselnder Vergesellschaftung mit einander
Schritt fr Schritt verfolgt, - aus dem Stoffvorrath der Erde, der
Gewsser, der Atmosphre heraus, durch die pflanzlichen, thierischen
und menschlichen Individuen hindurch, wieder ins Mineralreich zu-
rck, und so fort und fort in geschlossener Kreisijalin. Es ist daher
