﻿II. Kreislauf der Stoffe in den drei Naturreichen.
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nicht absolut constant ist. docli nur Schwankungen innerhalb sehr enger Grenzen Vorkommen. Die Entwickelung und Yertheilung der Organismen muss daher gegenwärtig auf einem Punkte angelangt sein, dass sich die oxydircnde Tkätigkeit der Thiere und die reducirende der Pflanzen das Gleichgewicht halten: denn aus dem gegenseitigen Verlniltniss dieser beiden antagonistischen Tliätigkeiten resultirt noth-wendig der jeweilige Zustand, in welchem sich die Atmosphäre that-sächlich befindet. Unzweifelhaft war es nicht immer so wie jetzt mit der Zusammensetzung der Atmosphäre bestellt. In früheren Epochen der Entwickelung unseres Planeten war der Kohlensäuregehalt der Luft ein ungleich grösserer als jetzt. Nur die überwiegende und kolossale Entwickelung und Verbreitung des vorweltlichen Pflanzenreichs hat ihn so bedeutend herabgemindert; dabei ist der Kohlenstoff, der früher im kohlensauren Gas der Atmosphäre in den Lüften schwebte, in fester Form und vom Sauerstoff befreit in die Tiefen der Erde gelangt, wo wir ihn heute in den ungeheuren Steinkohlenflötzen und Braunkohlenlagern wiederfinden und, indem wir ihn als Brennmaterial benutzen, zum mächtigsten Bundesgenossen für die Entwickelung der Industrie und des Weltverkehrs machen. Die vorweltlichen Wälder sind nämlich durch die heftigen Katastrophen, welche die Bildungsepochen der jungen Erde kennzeichneten, verschüttet, weggespült und begraben worden und haben im Erdboden unter dem Einflüsse der Feuchtigkeit und Wärme jene Veränderungen erlitten, welche der kohlenstoffreichen vegetabilischen Substanz die Beschaffenheit der Braun- und Steinkohle ertheilen. So ist denn der Kohlenstoff durch die innere chemische Arbeit der vorweltlichen Wälder gesammelt und aufgespeichert worden, um heute eine so grossartige Bolle in der Geschichte des Fortschritts der Menschen zu spielen ! Welch wunderbarer Zusammenhang !
Die vergleichende Untersuchung der Art und Weise, wie sich Thier und Pflanze dem Stoffmaterial der Aussenwelt gegenüber verhalten, lehrt also, dass die chemischen Vorgänge in den beiden Reichen der organischen oder belebten Welt im Grossen und Ganzen principiell verschieden sind. Diese principielle Verschiedenheit zuerst hervorgehoben und damit das Dunkel des solidarischen Zusammenhanges zwischen dem Thier-, Pflanzen- und Mineralreich aufgehellt zu haben, das ist Lavoisier’s unsterbliches Verdienst. Dieser Zusammenhang stellt sicli aber als ein in sich geschlossener Kreislauf des Stoffes durch die drei Reiche der Natur dar. Während die Pflanze einfach zusammengesetzte und hochoxydirte unorganische Verbindungen als Nahrung zu sich nimmt und dieselben unter Desoxydation