	II. Kreislauf der Stoffe in den drei Naturreichen.	195

stoff, oder, wenn er vorhanden ist, doch nur in verhltnissmssig so
geringen Mengen, dass in allen Fllen der Zutritt und die Bindung
neuer Quantitten von Sauerstoff mglich ist, d. h., dass eine vollstn-
dige Verbrennung eingeleitet werden kann, in Folge welcher die orga-
nische Verbindung schliesslich stets in einfache Endproducte you un-
organischem Charakter zerfllt. Wird daher ein ganzer pflanzlicher
oder thierischer Organismus vollstndig verbrannt, so verflchtigt sieh
die Hauptmasse desselben in die Luft und es bleibt nur ein unorgani-
scher Rckstand als sogenannte Asche brig, welcher in den meisten
Fllen verhltnissmssig gering, oft fast gleich Null ist.
	Diese Thatsache erklrt sich einfach daraus, dass das Wasser
(H2 0), welches ja der Masse nach den grssten Theil aller orga-
nischen Gebilde ausmacht, durch die Verbrennungswrme als Dampf
entweicht, whrend die hauptschlich aus den genannten vier Elemen-
tarstoffen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff bestehen-
den stickstoff losen und stickstoffhaltigen organischen Verbindungen
berwiegend gasfrmige Verbrennungsproducte liefern. Der Kohlen-
stoff derselben verbrennt zu Kohlensure (C 02), von der nur ein
Brnchtheil in den kohlensauren Salzen der Asche fixirt wird; ihr
Wasserstoff (H), theils zu Wasser (1120) verbrannt, theils mit Stick-
stoff (N) zu Ammoniak (N H3) verbunden, verflchtigt sich ebenfalls:
nur die in den Eiweisskrpern enthaltenen, meist geringen Schwefel-
und Phosphormengen bleiben, zu Schwefelsure 5 03) und Phosphor-
sure (P 03) verbrannt oder oxydirt, ganz in der Asche zurck. Die
Hauptmasse der Asche aber bilden die smmtlichen unorganischen
oder mineralischen Verbindungen, welche zum Aufbau jedes Pflanzen-
und Thierkrpers mit verwendet werden - mit Ausnahme des Was-
sers, das bei der Verbrennung verdampfte.
	Ausser der Kohlensure, Schwefelsure und Phosphorsaure,
welche, wie wir sahen, zum Theil organischen Ursprungs sind, finden
sich in der Asche, mit basischen Stoffen zu Salzen verbunden, noch
Chlor (Cl), Fluor (Fl) und Kiesel (Si). Die basischen Stoffe der Asche
sind: Alkalien: Kalium (K) und Natrium (Na) und alkalische Erden:
Kalk (Ca) und Bittererde (Mg) - und ein einziges schweres Metall,
das Eisen (Fe). 1) Die letzten Verbrennnngsproducte der Pflanzen- und
Thierkrper sind also: einige Mineralsalze, Wasser, Kohlensure und
Ammoniak - sulmtlich unorganischer Natur.

	Das Eisen bildet einen integrirenden Bestandtheil jener usserst zusammen-
gesetzten, in einen Eiweisskrper und einen eisenhaltigen Farbstoff 
zerfallenden
organischen Verbindung, welcher das Blut der '[biere seine Scharlachfarbe 
ver-
dankt.
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