196 	Die Principien der mechanischen Naturauffassung.

	Dieselben Endproducte, welche die Verbrennung liefert, liefert
noch ein anderer - den organischen Körpern aber ausschliesslich zu-
kommender Zersetznngs- oder Zerstörungsprocess, die sogenannte
Fäulniss. Auch durch die Fäuluiss zerfällt der pflanzliche und
thierisehe Körper zuletzt in Kohlensäure, Wasser, Ammoniak und
Mineralsalze.
	Hiermit gewinnen wir nicht nur eine Uebersicht der letzten Zer-
setzungsproducte unorganischer Natur, in welche die Organismen zer-
fallen, sondern zugleich auch eine Uebersicht der sämmtlicheu wich-
tigsten Elementarstoffe, aus denen in letzter Instanz alle pflanzlichen
und thierischcn Gebilde bestehen. Es sind ihrer nur etwa vierzehn:
Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H), Sauerstoff (0), Stickstoff (N), Schwe-
fel (5), Phosphor (P), Chlor (Cl), Fluor (Fl), Kiesel oder Silicium
(Si), Kalium (K), Natrium (Na), Calcium (Ca), Magnesium (Mg) und
Eisen (Fe).
	Zunächst sind es also der Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff,
Stickstoff, dann der Schwefel, der Phosphor und allenfalls noch das
Eisen, welche, in den mannigfaltigsten Anordnungen und Verhält-
nissen zu höheren chemischen Einheiten verbunden, alle die zahl-
losen, eigentlich sogenannten organischen Stoffe bilden. Diese,
gemischt oder in chemischer Verbindung mit Stoffen unorganischer
Natur, namentlich Wasser und einigen Mineralsalzen, treten dann zu
den eigenthtimlichen Substanzen zusammen, welche die organischen
Formen des Thier- und Pflanzenleibes annehmen und die Erschei-
nungen des Lebens mauifestiren.
	Sehen wir uns nun um, wo und wie die genannten vierzehn Ele-
mentarstoffe, die letzten Endes zum Aufbau aller Organismen dienen,
im Stoffvorrath der unorganischen Natur, im Mineralreich, sich vor-
finden.
	1) Freier Sauerstoff und freier Stickstoff, im Vcrhältniss von 21
zu 79 Haumtheilen gemengt, bilden die atmosphärische Luft, welche
den Erdball von allen Seiten umgibt.
	2) Der Kohlenstoff, mit Sauerstoff verbunden zu Kohlensäure,
mischt sich in dieser Gasform der Luft und dem Wasser bei oder
bindet sich in den kohlensauren Salzen, welche im Wasser gelöst sind
oder feste Bestandtheile des Erdbodens darstellen.
	3) Aus der Verbindung des Wasserstoffs mit Sauerstoff geht das
Wasser hervor, welches überall in festem, flüssigem oder dampfför-migem 
Zustand verbreitet ist.

4) Eine andere Verbindung des Wasserstoffs, die mit Stickstoff,
