﻿III. Lehre von den Atomen und ihrer Unzerstörbarkeit.
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gegen einander liatten. — Fahren wir fort, dein entstandenen flüssigen Wasser Wärme zuzuführen, so steigt dessen Temperatur von 0°, die es trotz der Wärmezufuhr so lange beibehält, als noch eine Spur von Eis ungeschmolzen blieb, —rasch bis auf 100° C., den Siedepunkt, und das flüssige Wasser wird in Dampf verwandelt, wird gasförmig. Sorgt man dafür, das Wassergas auf derselben Temperatur zu erhalten, so ist es leicht zu eonstatiren, dass es einen 16S9 mal grösseren Kaum einnimmt, als das flüssige Wasser, aus dem es hervorgegangen war. Es folgt hieraus, dass die unmessbar kleinen Zwischenräume zwischen den Moleciilen des flüssigen Wassers bei der Umwandlung desselben in gasförmiges Wasser 16S9 mal grösser geworden sind. — obschon sie auch dann noch nnmessbar klein bleiben, — und dass die Molecüle in Folge des Einflusses der Wärme eine noch grössere Verschiebbarkeit und Beweglichkeit erhalten haben, als sie im flüssigen Wasser besasseu.
Wir gelangen auf diese Weise mit Nothwendigkeit zu der Vorstellung, dass auch die kleinsten Massen oder Molen aus Aggregaten noch kleinerer, d. h. nnmessbar kleiner Theilchen oder Molecüle bestehen, zwischen welchen die Anziehungs- und Abstossungskraft in verschiedener Weise thätig sind. Der gegenseitigen Anziehung der Molecule verdanken starre Körper, wie das Eis. ihre Form und Festigkeit: die moleeulare Abstossung dagegen bedingt in gasförmigen Körpern. wie im Wassergas, ihre freie Beweglichkeit und ihr Bestreben, sich zu verflüchtigen : in flüssigen Körpern, wie im flüssigen Wasser, sind die beiden Formen molecularer Thätigkeit auf einer Zwischenstufe ins Gleichgewicht getreten. Die Molecüle der Flüssigkeiten werden noch mit beträchtlicher Anziehung in unveränderlichen Entfernungen an einander gehalten 'Tropfenbildung), können sich jedoch mit Leichtigkeit um einander verschieben, so dass das Aggregat, welches sie bilden, zwar stets das gleiche Volumen behalten muss, dagegen jedwede Begrenzungsform oder äussere Gestalt anzunehmen im Stande ist.
Die unmessbar kleinen Theilchen des Eises, des Wassers und des Wassergases sind in allen drei Cohäsionsformen identisch, und sie sind an sich weder starr, noch flüssig, noch gasförmig : nur die wahrnehmbaren Massenaggregate, welche bei verschiedenen Wärmegraden sich aus ihnen aufbauen, zeigen die verschiedenen Grade des festen, flüssigen oder gasförmigen Zustandes der Materie.
Erfahrungsgemäss ist jedoch die Theilbarkeit der Materie mit dieser Auseinanderdränguug der Molecüle noch nicht zu Ende. So unaussprechlich klein wir uns auch die unmessbaren Molecüle des Wassers denken mögen, wir können thatsächlich jedes derselben durch chemisch-physikalische Einwirkung noch in zwei Theile spalten, zer-
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