	III, Lehre von den Atomen und ihrer Unzerstrbarkeit.	209

gen der Uratome finden somit geradlinig Statt, da die beiden Urkrfte,
die Anziehungs- und Abstossungskraft, geradlinig wirken.
	Alle Krperatome wrden auf Einen Punkt zusammenschiessen,
wenn nicht die zwischengelagerten Aetheratome gleichsam Hllen um
dieselben bildeten, welche ihre Berhrung absolut verhindern, da die
Abstossungskraft der Aetheratome fr unendlich kleine Entfernungen
unendlich gross wird. Die Aetheratome ihrerseits wrden wieder ins
Unendliche auseinanderfahren, wenn sie nicht durch die Anziehungs-
kraft der Krperatome zusammengehalten wrden.
	So treten denn Krperatome und Aethcratome in bestimmter An-
zahl und Gruppirung zu unsichtbar kleinen, aber doch schon rumlich
ausgedehnten G an z en zusammen, welche die Chemie Atom e nennt.
Diese elementarsten Gruppen von Uratomen verdienen den Namen
))Atome (von iv(,), schneiden, und dem griechischen cc 1)1vativum,
also untheilbar) in sofern, als sie durch keinerlei Hilfsmittel weiter
zerlegt oder zertheilt werden knnen. - Je nach der verschiedenen
Anzahl und Form, in welcher sich die Krper- und Aetheratome oder
Uratome zu elementaren Complexen gruppiren, werden diese Complexe
oder Atome nothwendig verschiedene Wirkungen auf ihre Umgebung
ausben, d. h. verschiedene Eigenschaften und Gewichte haben mssen.
- Die Chemie kennt heute 62 solcher Atome oder chemischer Elemente.

 Krperatome
 Aetheratome

Atom.




Molecftl (Atomcomplex).





Fig. 2.




Mole (Moleculaggregat)





	Aus der Verbindung einer bestimmten Anzahl solcher gleichartiger
oder ungleichartiger Atome entstehen nun chemisch einfache oder zu-
sammengesetzte Atomcomplexe oder M 01cc 111 e. Auch sie sind noch
unsichtbar und von unmessbarer Kleinheit.
Erst indem die 1lo1ec1e sich zu Ag gre gate n vereinigen, bilden
Czermak, Schriften. II.	14
