﻿III. Lohre von den Atomen und ihrer Unzerstörbarkeit.
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Wenn aber Hartmann schliesslich die Materie »als Wille und Vorstellung« auffasst. so ist das reine metaphysische Speculation, mit der ich hier nichts zu thun habe, da es nicht meines Amtes, Philosophie zu lehren, sondern nur die Grundzüge der exacten Naturforschung darzulegen ; — für die Naturforschung aber gibt es eine Tugend der Entsagung auf intellectuellem Gebiete nicht minder als auf moralischem. — Mir genügt es darum, wenn Sie richtig erfasst haben, dass die exacte Naturforschung die Materie, trotz des trügerischen Anscheins, nicht als etwas den Raum eontinuirlich Erfüllendes betrachtet, sondern als aus unmessbar kleinen discreten, d. h. durch Zwischenräume getrennten Theilchen, denüratomen, bestehend, welche, in Folge der zwischen ihnen herrschenden Anziehungs- und Abstossungs-kräfte sich innerhalb jener Zwischenräume stetig bewegen, — zu bestimmten einheitlichen Gruppen, den chemisch differenten Atomen zusammentreten, aus deren Verbindung chemisch gleichartige oder ungleichartig zusammengesetzte höhere Einheiten — die Moleclile — hervorgehen, deren Aggregate endlich die sichtbar festen, flüssigen und gasförmigen Körper darstellen.
Während so die Chemie durch die von mir angeführten Thatsachen zur Kenntniss der Atome gelangt ist, hat sie gleichzeitig unwiderlegbar, mit der Waage in der Hand, erfahren, dass die Atome völlig unvernichtbar sind, und unveränderlich in ihrer Masse, unveränderlich auch in ihren Eigenschaften, insofern als sie aus jedem Zustande, in den sie übergeführt wurden, immer wieder ausgeschieden und auf dieselben Eigenschaften zurückgeführt werden können, die sie früher im isolirten Zustand besassen r. Die Chemie hat ferner tliat-sächlich gezeigt, dass alle Substanzen, — organische und unorganische, — aus den von ihr aufgefundenen Elementarstoffen zusammengesetzt werden, indem sich dieselben in den verschiedensten Verhältnissen mit einander chemisch verbinden und gruppiren, — und dass der ganze unendliche Wechsel der Erscheinungen, — in der unorganischen, wie der organischen Welt, alle die überraschenden und mannigfaltigen Resultate der chemischen Zusammensetzungen und Verbindungen auf einer Veränderung der räumlichen Vertheilung und Gruppi-rung der einfachen und an sich unveränderlichen Atome zu chemisch gleichartigen oder ungleichartigen Molecitlen und Moleciilaggregaten oder Molen beruht. —
1 Damit ist nicht gesagt, dass die Zahl der chemischen Elemente im Lauf des wissenschaftlichen Fortschritts sich nicht verringern könnte, oder dass es absolut unmöglich bleiben sollte — Gold zu machen.