216 	Die Principien der mechanischen Naturauffassung.

	Alles Verschwinden und Entstehen von Stoff, jede Vernderung
der Eigenschaften des Stoffes ist nur sc lie in bar, insofern sich dies
Verschwinden und Entstehen nur auf die zusammengesetzten
Substanzen, nicht aber auf die Stoffelemente - also nur auf die
Mol ecU I e und Moleculaggregate, nicht aber auf die chemischen
Atome bezieht, aus welchen jene hervorgehen. Die Atome selbst sind
und bleiben unverndert und unvernderlich; was sich allein ndern
kann und wirklich ndert, was allein neu entsteht und auch wieder
vernichtbar ist, das ist die Vertheilung der Atome im Raum, d. i. die
Form und Anordnung der Mischung und chemischen Verbindung
der Atome zu Molecilen, zu Moleculaggregaten, und das sind die neuen
Eigenschaften und Wirkungen, welche aus der Combination der Atom-
krfte als resultirende aus ihren Componenten hervorgehen.
	Fassen wir alle diese Thatsachen zu einem einzigen Begriffe zu-
sammen, so gewinnen wir
	Das Gesetz von der Erhaltung und Unzerstrbar-
keit des S.toffes.
Es besagt dasselbe demnach zweierlei:
	1) dass die Quantitt des Stoffes, also seine Masse, ewig und
unvernderlich ist. Der Stoff kann weder vermindert und vernichtet,
noch vermehrt und neu geschaffen werden. Der Vorrath an Stoff, wel-
cher im Universum vorhanden ist, ist ein- fr allemal gegeben und
constant;
	2) dass ebenso, wie die Masse auch das Gewicht und alle sonsti-
gen Eigenschaften des Stoffes ewig und unvernderlich sind.
	Ueber die grosse Tragweite dieses Gesetzes will ich Sie in der
Folge unterhalten.
