	III. Lehre von den Atomen und ihrer Unzerstörbarkeit.	213

dig zur Annahme gedrängt werden, die Zahl 12 drucke die Gewichts-
menge des kleinsten Kohlenstofftheilehens überhaupt, und ebenso 16
die geringste Gewichtsmenge des Sauerstofftheilehens überhaupt aus?
Denn nur, wenn die Zahlen 12 und 16 als die Gewichtsmengen der
letzten einfachen Kohlenstoff- und Sauerstoffelemente angesehen wer-
den, erklären sieh die Gewichtsverhältnisse derselben bei den genannten
verschieden zusammengesetzten Körpern ganz natürlich und vollkom-
men. Denn ist der Sauerstoff in der Gewichtsmenge von 16 nicht
w ei t er t h ei lb a r, also Atom, ist es der Kohlenstoff in der Gewichts-
menge von 1 2 ebenso wenig, dann können sie beide selbstverständlich
nur in diesen Gewichtsverhältnissen oder in den Vielfachen derselben
in chemische Combinationen eintreten.
	Ist jedoch der Chemiker hiermit bei den letzten Ergebnissen der
thatsächlichen Theilbarkeit der Materie angelangt, so machen dagegen
die Phantasie, der mächtige Forschungstrieb unserer intelleetuellen
Natur auch bei ihnen noch nicht Halt. Wir können nämlich die Atome
der chemischen Elemente, so wenig wir auch im Stande sind sie weiter
zu zerlegen, darum doch nicht als die letzten Elemente der Materie
anerkennen, weil die einfachen Zahlenverhältnisse der ver-
schiedenen sogenannten Atomgewichte, - denen gemäss das Atomge-
wicht des Sauerstoffs zu dem des Wasserstoffs sich wie 16 : 1, das des
Kohlenstoffs zum Wasserstoff sieh wie 12: 1 verhält, und ähnliche Ver-
hältnisse ohne Bruchtheile bei den Atomen all er Stoffe aufgefunden
worden sind, - darauf schliessen lassen, dass eben auch die chemi-
schen Atome letzten Endes nur verschiedene Lagerungsformen einer
verschiedenen Anzahl g 1 ei chart i g er Grundelemente oder Ur atom e
sein müssen, welche wir Körperatome genannt und mit Anziehungs-
kraft begabt haben.
	Neben den Körperatomen mussten wir Aetheratome an-
nehmen, weil ohne diese abstossend wirkenden Atome die Körperatome,
ihrer Anziehungskraft allein folgend, auf einen Punkt zusammen-
schiessen würden. Ohne das Vorhandensein des Aethers als Medium
vermochten wir ferner alle Erscheinungen der Lieht- und Wärmestrah-
lung uns nicht zu erklären. Ja, in den Schwingungen der Aetheratome
allein sind, wie wir schon bei der Thätigkeit des Chlorophylls in den
Pflanzen erfahren haben, die Quellen alles Lebens, des pflanzlichen wie
des thierisehen, zu suchen. Die Aetheratome sind daher, nach unserer
Theorie, ebenso in jedem chemischen Atom zwischen den Körperato-
men, und in jedem Massentheilehen zwischen den Moleeüleu oder Atom-
complexeu, als im Weltraum zwischen den Himmelskörpern vertheilt.
Ob nun diese Uratome selbst noch stofflich, d. h. theilbar
