﻿IV. Gesotz von der Erhaltung der Kraft.
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wo die Kraft in Erscheinung tritt, vor uns haben, dass aber die Kraft selbst sich unvermindert erhält?
Ein anderes Beispiel. Ein Pendelgewicht hängt, seiner Schwere folgend, ruhig senkrecht herab. Ziehe ich es unter Aufwand meiner Armmuskelkraft von seinem Ruhepunkt M Fig. 3) nach der Seite, so beschreibt es einen Kreisabschnitt, und wenn ich es in einem Punkte desselben festhalte, in a zum Beispiel, so habe ich es um die Höhe A a gehoben, und ihm, wie im vorerwähnten Falle, durch meine Muskelkraft Triebkraft mitgetlieilt, die sich dadurch kund gibt, dass das Pendel, sobald es losgelassen wird, sich in Bewegung setzt, und zwar sinkt es jetzt nicht nur nach dem ursprünglichen Ruhepunkt 31 herab, sondern , beachten Sie wohl, anstatt in 31 angelangt daselbst stehen zu bleiben, wie es sein Gewicht erfordern würde, bewegt es sieh nach der andern Seite hin und leistet in dieser Weise Arbeit, indem es die eigene Masse der Schwere entgegen bis zu jener Höhe hebt, auf welche es die Triebkraft meiner Muskeln zuerst gehoben hatte, bis zum Punkte b nämlich; denn die Höhe Hb ist gleich der Höbe .1 a. Durch die Mittheilung oder Uebertragung meiner Muskeltriebkraft auf das Pendel habe ich hier also nicht nur die Triebkraft der Schwere im Pendel wieder hergestellt : es geschah weit mehr : denn das Pendel bewegt sich in Folge meiner aufgewendeten Kraft auch der Richtung seiner Schwere entgegen ; es hebt sein eigenes Gewicht empor, scheint also in den Besitz einer neuen Triebkraft gelangt zu sein.
In der That wird diese Triebkraft in der Physik als G e s c h w i n -digkeit erlangter Bewegung bezeichnet, die durchaus nicht identisch ist mit der Triebkraft der Schwere oder irgend einer andern Triebkraft, die Sie noch kennen lernen werden, sondern es tritt dieselbe als Wirkung einer jeden Bewegung auf, gleichviel ob diese eine Aeusserung der Triebkraft der Schwere oder sonst welch’ einer Triebkraft sei.
Ein éclatantes Beispiel dieser Geschwindigkeit bewegter Massen bietet Ihnen auch dieses Modell. Ich habe hier einen gegen die Richtung der Schwere aufsteigenden Wasserstrahl. Halte ich das kleine Schaufelrädchen in den Wasserstrahl, so wird es in lebhafte Umdrehungen versetzt. Das Wasser besitzt hier Triebkraft, wie Sie sehen, sogar entgegen der Richtung seiner Schwere. Die Triebkraft des Wassers kann also nur aus der Geschwindigkeit stammen, die es erlangt hat. Ja, unsere Windmühlen, was anders treibt sie als die Geschwindigkeit der bewegten Luft? — Wer von Ihnen ein nnterschlächtiges Mühlrad gesehen hat, weiss ferner, dass dasselbe unbewegt bleibt, so lange dem Wasser das Gefälle fehlt und es daher