﻿IV. Gesetz von der Erhaltung der Kraft.
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durch Aufwand seiner eigenen lebendigen Kraft das Pendelgewicht gehoben, der Stab wieder gespannt wird, so dass im gehobenen Gewicht, wie im gespannten Stab die lebendige Kraft wieder in Spannkraft umgesetzt erscheint. Pendel und Stab gelangen am anderen Ende der Schwingungshahn zur Ruhe, weil die lebendige Kraft gleich Null geworden ist : doch beginnen sie ihre Bewegung sofort von Neuem, indem die Spannkraft sich wieder in lebendige Kraft verwandelt. Sie ersehen hieraus, dass der gesammte Kraftvorrath oder die totale Energie, welche ich dem schwingenden Metallstab, wie vorhin dem Pendel mitgetheilt habe, an jedem Punkte der Schwingungsbahn eine Summe von Spannkraft und lebendiger Kraft, oder was dasselbe, von potentieller und actueller Energie ist. Die beiden Summanden ändern fortwährend in entgegengesetztem Sinne ihre Werthe. An den beiden Enden der Schwingungsbahn ist die totale Kraft Spannkraft, während die lebendige Kraft gänzlich fehlt; im Halbirungs-punkte dagegen ist die gesammte Kraft lebendige Kraft, und die Spannkraft fehlt; an jedem andern Punkte der Bahn ist die totale Energie die Summe von so viel Spannkraft als noch nicht verbraucht ist. und von so viel lebendiger Kraft als der bereits verbrauchten
Spannkraft entspricht, oder umgekehrt von so viel lebendiger Kraft, als noch nicht verbraucht ist, und von so viel Spannkraft als der bereits verbrauchten lebendigen Kraft entspricht.
Ich habe mich so lange hei dieser Erörterung aufgehalten, weil es mir dadurch erst möglich geworden ist, Ihnen den Sinn des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft ausserordentlich klar zu formuliren ; denn erst jetzt können Sie mich vollkommen verstehen, wenn ich sage : nach diesem Gesetze muss immer und unter allen Umständen für das Quantum Spannkraft, welches verschwindet, ein äquivalentes, d. h. gleich grosses Quantum lebendiger Kraft auftreten, welches, in entgegengesetzter Richtung aufgewendet, dasselbe Quantum von Spannkraft wieder herstellt. Es bleibt sich somit die Summe dieser beiden Grössen oder die totale Energie, d. h. der gesammte Kraftvorrath, durch das ganze Universum stets gleich.
Jetzt begreifen Sie auch ganz und gar, dass es ebenso unmöglich ist, Kraft oder Arbeit zu erschaffen als zu vernichten, und sind so der Ansicht näher gekommen, dass alle die mannigfachen Umwandlungen in der That einzig und allein in einem Wechsel der Triebkraft oder Energie bezüglich ihres Ortes im Raume und ihrer Erscheinungsformen bestehen.
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