220 	Die Principien der mechanischen Naturauffassung.

Alles zu zertrmmern, sie ist das unschuldigste Spielzeug, wenn sie
endlich in der Scheibe stecken geblieben ist oder zu Boden gefallen da-
liegt. Die in ihren Wirkungen furchtbare Kraft, die sie besass, ist
augenscheinlich verschwunden; ist sie nun vernichtet oder bleibt sie
irgendwo und irgendwie erhalten - etwa an einem andern Orte und
unter einer anderen Erscheinungsform, an sich aber unzerstrt und
unvermindert, - hnlich wie das Sauerstoffatom, welches, mit Wasser-
stoffatomen zu einem Wassermolecil verbunden, zwar in der Bildung
eines neuen Krpers mit neuen Eigenschaften, des Wassers nmlich
seine Individualitt aufgibt, dabei aber keineswegs vernichtet worden
ist? Um dies zu beantworten, wollen wir einige andere Beispiele,
welche gleichfalls einen Wechsel in der Erscheinungsform zeigen,
nher betrachten.

	Sie sehen hier eine kleine Maschine, ein Uhrwerk; lasse ich das
Gewicht los, so gerth das Uhrwerk sofort in Bewegung. Die Schwere
		des Gewichts liefert also hier
		dieTriebkraft. Sowiedas
					/					Gewicht den Boden erreicht
				/			\				hat, sodass seine Schwere
				/			\					weiter zu wirken gehemmt
			/								ist, bleibt die Uhr stehen.
			/								das Uhrwerk ist, wie wir
		/									sagen, abgelaufen. Wollen
		/						\			wir es von Neuem in Gang
	/										bringen, so mssen wir das
	/								\		Gewicht heraufwinden, erst
/										dadurch geben wir dem Ge-
wichte die verlorene Trieb-
	a.							kraft wieder zurck. Was
		I					beobachten wir also? Es
							-	sinkt das Gewicht und treibt
			-				-	dabei das Uhrwerk; indem
Fig. 3.
-								es sinkt, verausgabt es also
scheinbar seine Triebkraft, die immer geringer wird, je mehr sich das
Gewicht dem Boden nhert, die aber wieder hergestellt werden kann,
wenn wir das Gewicht heben, d. h. wenn wir die Muskelkraft unseres
eigenen Armes aufwenden. Was heisst das nun? Drngt sich Ihnen
nicht die Vermuthung auf, dass die Kraft Ihrer Armmuskeln sieh auf
das Gewicht bertrgt und sich da in die Triebkraft desselben umwan-
delt? dass wir also wohl einen Wechsel in der Form wie und im Orte
